
Dennoch sollen in Bremerhaven mangels Belegung rund zehn Prozent der Stellen gestrichen werden. Rund 250 Mitarbeiter arbeiten derzeit im Pflegezentrum und Seniorenheim am Bürgerpark sowie im Marie-von-Seggern-Heim.
Wo die Stellen wegfallen, wurde noch nicht bekannt. „Den Pflegebereich wird es so wenig wie möglich treffen“, sagte Insolvenzverwalter Detlef Stürmann gestern. Denn dort sei gute Qualität entscheidend. Es sei allerdings möglich, dass dort „einige untergeordnete Tätigkeiten doppelt und dreifach besetzt“ seien. Eine möglichst sozialverträgliche Lösung soll nun mit dem Betriebsrat besprochen werden.
Angesichts der Gesamtsituation bezeichnete Stürmann den geplanten Personalabbau als moderat. Die Bremerhavener Heime sind derzeit nur zu 60 Prozent ausgelastet. „Das muss unbedingt nach oben gehen“, so Stürmann.
Im März war die Oldenburger Hansa-Gruppe mit ihren 18 Einrichtungen in Nordwestdeutschland in eine finanzielle Schieflage geraten. Gestern wurde nun das Insolvenzverfahren eröffnet. Alle an der Finanzierung der Gruppe beteiligten Kreditinstitute und die Mehrheit der Vermieter würden das geplante Eigensanierungskonzept unterstützen, hieß es gestern. Dies habe die Hansa-Geschäftsführung zusammen mit dem Investor entwickelt, dessen Namen der Insolvenzverwalter noch nicht nennen wollte. Das Angebot des finanzstarken Investors, der selbst Einrichtungen habe, unterscheide sich in wesentlichen Punkten von anderen. „Er hat sehr marktgerechte Angebotspreise, was Immobilien angeht“, so Stürmann. Positiv sei zudem, dass der soziale Besitzstand der Arbeitnehmer bei der Übernahme gewahrt werden solle. Ein abschließender Vertrag soll möglichst noch vor den ersten Gläubigerversammlungen Ende August vorliegen.
Betriebsrat Lutz Grube begrüßte, dass die Heime unter dem Insolvenzverwalter weitergeführt würden und der Investor einsteigen wolle. „Wir wünschen uns in der Zukunft mehr Transparenz“, sagte er. „Es war unglücklich, dass der Betriebsrat erst nach der gestrigen Mitarbeiterversammlung eine Pressemitteilung ausgehändigt bekam. In dieser standen detailliertere Angaben als sie uns im Vorfeld mitgeteilt worden sind“, so Grube.
Stürmann betonte hingegen, den Betriebsrat umfassend informiert zu haben. „Wir werden kritisch begleiten, wer der Investor sein wird“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Hilde Sacharow. Für Verdi gebe es keine plausible Erklärung, weshalb die Stadt auf eine Fünf-Millionen-Euro-Bürgschaft verzichtet habe. Diese habe die vertraglichen Zusicherungen im Falle einer Insolvenz absichern sollen.
