
Die 1800 Fans in der Halle feierten ihre Mannschaft ausgelassen, als Kapitän Chris Stanley den Pokal präsentierte. Überhaupt war die Stimmung vor allem im vollbesetzten Fanblock an beiden Turniertagen sehr gut.
Dabei boten die Pinguins im Finale zwei Drittel lang eine eher mäßige Vorstellung. Doch im Schlussabschnitt drehten sie nochmal auf und verdienten sich damit den Turniersieg. Das schönste Tor des Tages brachte die Wende. Dimitri Litesov hatte die Scheibe erkämpft, sprintete links ins Drittel der Dresdner und hatte dann das Auge für den ganz rechts mitgelaufenen Philipp Gunkel, der aus vollem Lauf zum 3:2 einschoss. Das war in der 52. Minute, und nur zwei Minuten später machte Ales Kreuzer mit einem ebenfalls schön herausgespielten Treffer alles klar. Zwar verkürzte Tom Fiedler noch einmal für die Eislöwen (56.), doch ins Schwimmen gerieten die Pinguins nicht mehr, auch weil Chris Stanley mit dem 5:3 (58.) schnell die letzten Zweifel beseitigte.
„Wir haben im letzten Drittel angefangen, mehr zu laufen und das Spiel selbst in die Hand zu nehmen statt zu reagieren. Das war gut“, sagte Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg.
In den vierzig Minuten zuvor waren wenig klare Aktionen zu sehen. Vor allem das gute Passspiel vom Freitag konnten die Pinguins nicht wieder aufziehen. Das lag zum einen an den defensiv gut stehenden Dresdnern und zum anderen am Eis. Durch einen Schaden an der Kühlanlage wurde es zum Ende jedes Drittels hin immer weicher und nasser, so dass man den Puck kaum noch flach spielen konnte. Fast immer kam die Scheibe ins trudeln, was Gift für ein gutes Spiel ist.
Nach den ersten 40 Minuten hatte es 2:2 gestanden. Die Pinguins waren durch Chris Stanley (14.) in Führung gegangen, der einen hartnäckigen Angriff von Sven Schlicht vollendete. Tom Fiedler (26.) und Robert Francz (28.) brachten Dresden mit zwei Überzahl-Toren in Führung, doch Ales Kreuzer glich nach 35 Minuten zum 2:2 aus. Mit dem Treffer von Gunkel hatten die Pinguins das Spiel dann im Sack.
So könnte Trainer Leidborg nach fünf Siegen in sechs Vorbereitungsspielen mit dem Stand der Vorbereitung zufrieden sein. Ganz ist er es aber nicht: „Fünf Siege sind gut, aber die Spiele haben auch gezeigt, wo wir noch arbeiten müssen. In der Offensive sind wir sehr stark, die Defensivarbeit muss ganz klar noch besser werden.“ Drei Spiele hat er noch bis zum Saisonstart, um hier anzusetzen.
Die ersten beiden Heimspiele haben auch gezeigt, dass die Pinguins gute Neuverpflichtungen getätigt haben. An erster Stelle sind Jan Kopecky und Stanislav Fatyka zu nennen, die einen hervorragenden Eindruck hinterließen. Auch Mark Kosick und Kevin Saurette zeigten schon, dass sie Dampf machen werden. Bei Andrei Teljukin sieht man die Klasse, er hält sich bisher allerdings noch merklich zurück. Philipp Gunkel erfüllt die ihm zugedachte Rolle bereits gut und auch Nachwuchs-Mann Sam Verelst zeigte gute Ansätze.
Voll überzeugen konnte im Finale Torhüter Sebastian Staudt. Nach einer schwächeren Leistung im Finale in Ritten hielt er gegen Dresden ausgezeichnet. Er war gut im Stellungsspiel, sehr gut im Duell eins-gegen-eins und sicher bei den Schüssen. Das freute Leidborg, denn als ehemaliger Torhüter weiß er: Nur mit zwei guten Keepern können zu den Pokalen in der Pinguins-Geschäftsstelle noch weitere hinzukommen.
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