
Einmal pro Saison ziehen die Eisbären für eine Begegnung nach Bremen um. „Wir machen das nicht nur wegen des Geldes“, betont Jan Rathjen. Ebenso wichtig sei es, neue Zuschauer für Basketball zu begeistern und das Interesse potenzieller Sponsoren zu wecken. Die Tageseinnahme kann der Eisbären-Manager jedoch nicht vernachlässigen. „Dieses Spiel ist für uns sehr, sehr wichtig“, betont Rathjen.
Dafür sorgen nicht allein die vielen Zuschauer, die heute erwartet werden – wenn es optimal läuft, könnte die ÖVB-Arena wie im Frühjahr beim Spiel gegen die Artland Dragons mit 10 100 Besuchern ausverkauft sein.
Vor allem die VIP-Pakete, die von Unternehmen gebucht werden, spülen Geld in die Kasse. „Viele unserer Sponsoren nutzen die Chance, ihre Geschäftspartner und potenzielle Kunden zum Spiel in Bremen einzuladen“, erklärt Rathjen.
Für den Auftritt der Bayern sind 750 VIP-Tickets verkauft worden. Bei einem Stückpreis von 100 Euro bleibt da selbst nach Abzug der Kosten für Speis, Trank und Service ordentlich was hängen.
Dazu kommen weitere Sponsoring-Einnahmen, die sich so bei einem Heimspiel in der Bremerhavener Stadthalle nicht erzielen lassen. „Dieser Event bringt uns ein Vielfaches dessen ein, was mit einem normalen Spiel in der Stadthalle zu verdienen ist. Das hat eine ganz andere Dimension“, ordnet Rathjen die wirtschaftliche Bedeutung des Abstechers nach Bremen ein. Für die Eisbären gehe es darum, konkurrenzfähig zu bleiben. Und dazu gehöre das jährliche Gastspiel in der ÖVB-Arena mit seinen Einnahmen.
Stellt sich die Frage, warum die Eisbären nicht öfter in Bremen spielen? Vielen Fans würde das übel aufstoßen, aber es gäbe sicher genug Anhänger, die sich im Interesse einer Etaterhöhung damit anfreunden könnten, öfter nach Bremen zu fahren.
Was eindeutig dagegen spricht, dass die Eisbären häufiger in Bremen auf Korbjagd gehen, ist der Event-Charakter, der bei einem einmaligen Auftritt leichter herstellbar ist. Der Reiz des Besonderen ginge verloren, wenn die Eisbären mehrmals in der Saison in die Landeshauptstadt ausweichen würden. Rathjen weist noch auf ein anderes, organisatorisches Problem hin: „So ein Event kann man nicht alle zwei Wochen auf die Beine stellen.“
Die Bedeutung des Spiels ist auch von Sport1 erkannt worden – der Fernsehsender ist heute erstmals live dabei, wenn die Eisbären in Bremen am Ball sind. Das dürfte aber eher am Gegner liegen, denn die Bayern sind die Lieblinge der TV-Macher.
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