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Gelbe Giganten gehen auf See


Cuxhaven. Aufbruchstimmung in Cuxhaven: Vor dem Gelände der „Cuxhaven Steel Construction“ (CSC) werden zwei Riesen-Dreibeine über die Verladerampe für Schwergewichte auf den Ponton gehoben. 78 weitere gelbe Giganten werden folgen. Die Stützkreuze sollen 80 Anlagen halten im ersten kommerziellen Windpark in der Nordsee bei Borkum, den die Bard-Gruppe baut. Von Barbara Fixy


Wie die Soldaten stehen die riesigen Dreibeine auf dem Gelände der Bard-Tochter „Cuxhaven Steel Construction“ in Rei bild vergrößern
Wie die Soldaten stehen die riesigen Dreibeine auf dem Gelände der Bard-Tochter „Cuxhaven Steel Construction“ in Reih und Glied. Zwei dieser Kolosse sind gestern auf einen Ponton gehoben worden. Damit beginnt der Bau des ersten kommerziellen Windparks in der Nordsee. Fotos: Scheer

„Auf diesen Moment haben wir fast ein Jahr lang gewartet“, frohlockt CSC-Geschäftsführer Dieter Sichau. Eigentlich müssten jetzt Sektkorken knallen. Stattdessen ertönt unter stahlblauem Himmel die Sirene, als Kranführer Oliver Thies die Knöpfe seiner Fernbedienung vom Boden aus bedient und den Giganten sachte vom Boden hebt. Dann setzt sich der blaue Kran mit der gelben Last in Bewegung – im Schneckentempo und begleitet von unablässigem Gebimmel. 20 Minuten, dann rasten die Haltevorrichtungen für die drei Stahlbeine auf dem Ponton ein.

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Der Mensch fühlt sich wie ein Zwerg neben dem Stahlriesen. Der ist 23 Meter hoch, hat 20 Meter Durchmesser und wiegt 495 Tonnen. Mit leuchtend gelber Farbbeschichtung wird er über die Wasseroberfläche ragen. Verbinden soll er drei 90 Meter lange Gründungsrohre, die in den Meeresgrund gerammt werden, mit dem einen Spargel, an dessen Nabe sich in 90 Metern Höhe der Rotor drehen wird.

In Emden wartet derweil die „Windlift 1“ auf ihren Arbeitseinsatz. Das Schiff kann vier Stahlbeine ausfahren und sich so in eine Plattform zum Errichten von Windkraftanlagen verwandeln.

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Ein Festtag: CSC-Geschäftsführer Dieter Sichau freut sich, dass die ersten gelben Stützkreuze gestern endlich verladen worden sind.

Die beiden ersten Dreibeine aus Cuxhaven werden auf die für den Windpark ausersehene Fläche von 16 mal 10 Kilometern bei Borkum transportiert, sobald das Wetter es zulässt. Weitere 43 „Kollegen“ stehen schon auf dem CSC-Gelände parat.

Verzögerung wettmachen

Die Montage auf See soll schneller als geplant vonstatten gehen, um eine Verzögerung bei der Auslieferung des Errichterschiffes wettzumachen, wie Unternehmenssprecher Andreas Kölling berichtet. Der erste Strom von See soll im Frühsommer fließen.

Sind die 80 Anlagen im Windpark „Bard Offshore 1“ im nächsten Jahr komplett, werden 400 000 Haushalte mit Strom versorgt.


Bard-Offshore 1

Der erste kommerzielle Windpark der Bard-Gruppe soll 90 Kilometer nordwestlich von Borkum errichtet werden. Jede Anlage bringt eine Nennleistung von fünf Megawatt. Bei 80 Anlagen entspricht das 400 Megawatt. Damit können 400 000 Mehrpersonenhaushalte mit Strom versorgt werden.

Artikel vom 26.03.10 - 15:00 Uhr
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