
„Auf diesen Moment haben wir fast ein Jahr lang gewartet“, frohlockt CSC-Geschäftsführer Dieter Sichau. Eigentlich müssten jetzt Sektkorken knallen. Stattdessen ertönt unter stahlblauem Himmel die Sirene, als Kranführer Oliver Thies die Knöpfe seiner Fernbedienung vom Boden aus bedient und den Giganten sachte vom Boden hebt. Dann setzt sich der blaue Kran mit der gelben Last in Bewegung – im Schneckentempo und begleitet von unablässigem Gebimmel. 20 Minuten, dann rasten die Haltevorrichtungen für die drei Stahlbeine auf dem Ponton ein.
Der Mensch fühlt sich wie ein Zwerg neben dem Stahlriesen. Der ist 23 Meter hoch, hat 20 Meter Durchmesser und wiegt 495 Tonnen. Mit leuchtend gelber Farbbeschichtung wird er über die Wasseroberfläche ragen. Verbinden soll er drei 90 Meter lange Gründungsrohre, die in den Meeresgrund gerammt werden, mit dem einen Spargel, an dessen Nabe sich in 90 Metern Höhe der Rotor drehen wird.
In Emden wartet derweil die „Windlift 1“ auf ihren Arbeitseinsatz. Das Schiff kann vier Stahlbeine ausfahren und sich so in eine Plattform zum Errichten von Windkraftanlagen verwandeln.

Die beiden ersten Dreibeine aus Cuxhaven werden auf die für den Windpark ausersehene Fläche von 16 mal 10 Kilometern bei Borkum transportiert, sobald das Wetter es zulässt. Weitere 43 „Kollegen“ stehen schon auf dem CSC-Gelände parat.
Sind die 80 Anlagen im Windpark „Bard Offshore 1“ im nächsten Jahr komplett, werden 400 000 Haushalte mit Strom versorgt.
