
Bremerhaven. In Bremerhaven soll ein kompletter Hafen umziehen. Um im Süden der Stromkaje Platz für die Windenergie-Branche zu schaffen, soll der Containerterminal von Eurogate und MSC-Reederei, das MSC-Gate, in Richtung Norden verlegt werden. Von Klaus Mündelein
Dass der Umschlagbetrieb Eurogate ein großes Interesse daran hat, in Zeiten der Containerflaute auch riesige Windkraftanlagen zu verladen, hat die BLG bereits eingeräumt. Der NORDSEE-ZEITUNG liegen inzwischen aber Informationen darüber vor, wie das konkret aussehen soll. Das MSC-Gate wandert demnach komplett nach Norden, wo derzeit die Containerbrücken von Eurogate etwas unterbeschäftigt sind. Möglicherweise wird RWE der Partner Eurogates, was gestern das Thema der Spekulationen war.
Das MSC-Gate in Richtung Norden zu verschieben ist nach Informationen von Insidern kein Problem. Am angestammten Platz im Süden der Stromkaje hat MSC zwar viel größere Containerbrücken als Eurogate im Betrieb, aber beide laufen auf den gleichen Schienen. Die MSC-Brücken können also mühelos in Richtung Norden verschoben werden.
Die Verlegung des MSC-Gates war jetzt auch Thema der Arbeitsgruppe, die im Auftrag des Senats bis Dezember alle Alternativen für den Offshore-Terminal im Blexer Bogen prüfen soll. Obwohl die Grünen größte Bauchschmerzen mit dem Bau eines neuen Hafen aus ökologischen Gründen haben, ist für sie der Offshore-Umschlag an der Stromkaje nicht das Allheilmittel.
„Es hätte für uns durchaus Charme zu sagen, wir brauchen keinen neuen Hafen, aber wir schauen auch auf Nachhaltigkeit“, sagt der Bremerhavener Bürgerschaftsabgeordnete Frank Willmann. Er hat noch viele Fragen.
Taugt die Containerkaje für die schweren Windkraft-Lasten? Ist die Industrie bereit, alle Komponenten vom Fischereihafen zum Containerterminal zu bugsieren? Deshalb will er nicht mit voreiligem Applaus dem Prüfergebnis vorgreifen, das im Dezember von vorliegen soll. Insider halten die Stromkaje durchaus für stabil genug, um es mit den schwere Windkraftanlagen aufzunehmen. Die Lasten müssten nur gut verteilt werden.
Der Süden der Stromkaje wäre nach einem solchen Umzug frei. Der Vorteil: Am spitzen Ende der Stromkaje befindet sich eine Kaje, die für Binnenschiffe und kleine Feeder gebaut worden ist. Kleine Schiffe können hier die Bauteile der Windkraftanlagen abliefern, die im Fischereihafen hergestellt wurden. Auf dem Terminalgelände haben die Monteure Platz, alles zusammenzufügen. Und dann können die Anlagen über die Kaje zu den Windparks verfrachtet werden.
Containerbrücken sind zum Verladen der sperrigen Anlagen untauglich. Deshalb sollen sie Richtung Norden abgeschoben werden. Für den Süden sind andere Kräne im Gespräch: Schwimmkräne können zum Einsatz kommen, möglich ist auch der Einsatz von großen Kränen an der Kajenkante. Auch die Schiffe, die die Windkraftanlagen verfrachten, haben inzwischen Kräne an Bord. Von Eurogate war gestern weder zu den Umbauplänen noch zum Zeitplan eine Stellungnahme zu bekommen.
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