In der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens gestern in Hamburg ging es jedoch nicht in erster Linie um die Jahreszahlen. Vorstandsvorsitzender Felix Ahlers forderte klarere Angaben über Zutaten auf den Lebensmittel-Verpackungen.
So versteckten sich hinter angeblichen „natürlichen Aromen“ Produkte aus Sägespänen und Schimmelpilzkulturen. Ahlers fordert deshalb, dass der Begriff „natürliches Aroma“ für die Zutaten reserviert wird, „die zu 100 Prozent aus den Zutaten oder Früchten gewonnen werden, nach denen sie schmecken“.
Da Frosta sich schon 2003 ein eigenes „Reinheitsgebot“ auferlegte und seitdem Aromen, Farbstoffe, Geschmacksverstärker und andere zweifelhafte Ingredienzien aus den Produkten verbannte, sieht sich Ahlers im Vergleich zu weniger skrupelhaften Konkurrenten in einem Wettbewerbsnachteil.
Auch mit der Ampel-Kennzeichnung auf vier häufig verkauften Frosta-Produkten setzte das Unternehmen auf Transparenz für die Verbraucher: grün für „unbedenklich“, gelb für „geht gerade noch“ und rot für „zu viel“. Doch die Ampel für Fett, Zucker und Salz wurde von den großen Lebensmittel-Konzernen auf Ebene der Europäischen Union verhindert.
Marketing-Vorstand Hinnerk Ehlers weiß, „dass die Verbraucher Nachhaltigkeit“ wollen. Deshalb werde Frosta weiterhin keine Zusatzstoffe verwenden, nur Fische aus bestandserhaltender Fischerei verarbeiten und sich für den Klimaschutz engagieren.
Bis 2013 will Frosta den CO2-Ausstoß gegenüber 2006 um 70 Prozent verringern, so Ehlers. Dazu soll die Energieeinsparung bei der Produktion ebenso beitragen wie die Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen und Investitionen in Klimaschutz-Projekte.
Bei den tiefgekühlten Fertiggerichten hat sich die verbraucherfreundliche Strategie offenbar ausgezahlt. Der Frosta-Marktanteil stieg seit 2006 von 22,5 auf jetzt knapp 29 Prozent.
