
McNaughton ist das egal. „Ich habe mich einfach nur gefreut, dass ich wieder eine Chance bekomme, dabei zu sein“, sagt der neue Eisbären-Center, der in der vergangenen Saison bei den EWE Baskets Oldenburg gespielt hat. 2010 spielte der 2,11-Meter-Mann gemeinsam mit dem Ex-Bremerhavener Philipp Schwethelm die WM in der Türkei. „Das war ein tolles Erlebnis“, schwärmt der gebürtige Nürnberger, der gestern die kürzestes Anreise zum Treffpunkt am Flughafen-Hotel des Nationalteams hatte. Er konnte mit der U-Bahn hinfahren.
Gestern trafen sich die 15 Spieler, die Bauermann eingeladen hat, heute geht es nach Gran Canaria. Dort werden die Akteure topfit gemacht, nach der Rückkehr steht am 3. August in Hagen das erste Testspiel gegen Finnland an. Dann wird McNaughton auf jeden Fall noch dabei sein. Ob er tatsächlich bei der EM in Litauen vom 29. August bis zum 19. September dabei ist, wird sich erst dann entscheiden, wenn die NBA-Stars Dirk Nowitzki und Chris Kaman anrücken.
„Ich bin gespannt auf Dirk. Es wird gigantisch sein, allein mit ihm trainieren zu dürfen“, sagt der 28-Jährige. Reicht es denn auch für die EM-Nominierung? „Muss man abwarten“, sagt der Neu-Bremerhavener, der von seiner neuen Heimat noch nichts gesehen hat. Dazu war die Zeit zu knapp. „Vielleicht schaffe ich es, nach dem Testspiel in Hagen für ein paar Tage nach Bremerhaven zu kommen“, so McNaughton.
Eine Wohnung hat er sich ausgesucht, „da hat mich Philipp beraten. Aber ich weiß nicht, ob ich sie wirklich bekomme“, meint der Riese, der nach dem Fitnesstest des Nationalteams noch einmal in die USA geflogen ist, um dort einige Tage bei der Familie seiner Frau Ashley zu verbringen.
Sein neuer Trainer bei den Eisbären, Doug Spradley, wird einen topfitten Center bekommen. Daran dürfte kein Zweifel bestehen. Die Fitness ist für McNaughton das kleinste Problem, eher sei es schon etwas schwieriger, sich in die neue Mannschaft zu integrieren. In Oldenburg habe er damit nach der WM aber kein Problem gehabt. „Klar, wenn man zu einer Truppe stößt, die schon einige Wochen zusammen trainiert und gespielt hat, wird es ein paar Tage dauern, aber das wird mir schnell gelingen“, meint der 28-Jährige ganz optimistisch.
Er erhofft sich in Bremerhaven vor allem, „dass ich mehr Spielzeit bekomme als in der vergangenen Saison“. In Oldenburg sei es nicht optimal für ihn gelaufen. „Die Eisbären sind für mich ein Neuanfang. Ich will der Mannschaft mehr helfen, als es bei den Baskets der Fall gewesen ist.“ Bei seinem letzten Arbeitgeber stand der bisher längste Akteur im Eisbären-Kader gerade einmal 10:33 Minuten pro Partie auf dem Parkett. Das kann für einen Nationalspieler nicht das Nonplusultra sein.
Über Bremerhaven und die Eisbären hat er bisher nur Gutes gehört. „Ich habe mich viel mit Philipp unterhalten und werde das auch die kommenden Wochen tun. Er hat vor allem von Jamison Brewer geschwärmt, der einen Schützen wie Phil oder einen Center wie mich durch seine guten Pässe einfach besser macht“, freut sich McNaughton auf die gemeinsame Zeit mit dem Ex-NBA-Aufbauspieler.
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