
Nach 60 Minuten stand es vor 1500 Zuschauern in einem spannenden Spiel 3:3, dann entschied ein Pfiff des Schiedsrichters Marcus Brill die Partie. Er stellte in der Verlängerung Patrik Hucko wegen eines Stockschlags vom Eis, nicht aber Patrick Vozar, der ihn zuvor mit einem hohem Stock im Gesicht getroffen hatte.
Die Gäste waren mit vier gegen drei, bauten sich gut auf und ein Schuss von Jeff Corey fand schließlich am kurzen Pfosten den Weg ins Netz (63.). Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg wollte die Schuld aber nicht beim Schiedsrichter suchen: „Das war eine blöde Strafe. Auch wenn Hucko gefoult wird, da muss er sich zusammenreißen. Es ist ja oft so, dass nur das Revanchefoul gepfiffen wird.“
Wie schon am Freitag entschieden die „special teams“ die Begegnung. Nur diesmal für die Gäste. Die Wölfe schossen drei Tore in Überzahl, die Pinguins brachten in acht Versuchen nicht viel zustande.
Spielentscheidend war das zweite Drittel, in dem die Pinguins den 0:1-Rückstand – Marek Ivan hatte die Wölfe in der 13. Minute in Überzahl in Führung gebracht – ausglichen, dann aber reihenweise Hochkaräter vergaben und plötzlich 1:3 hinten lagen. Zuvor hatte Gäste-Torhüter Christoph Mathis unter Dauerbeschuss gestanden. Der 22-Jährige, der für den von den zehn Gegentoren in den ersten beiden Partien entnervten Ronny Glaser im Tor stand, wehrte unter anderem eine Dreifach-Chance von Alex Parent, Chris Stanley und Vitalij Janke ab. Sogar in Unterzahl machten die Pinguins Druck. Einen Schuss von Sergej Janzen parierte Mathis, dann hatte er Glück, als Litesov den Pfosten traf. „Wir hatten gute Gelegenheiten, wir waren vor dem Tor aber nicht so aggressiv wie in den ersten Spielen, als wir den Torwart ein paarmal mit reingeschossen haben“, sagte Leidborg.
Völlig überraschend fiel das 1:2 (28.). Christian Billich netzte per Rückhand ein. In Überzahl gingen die Wölfe 3:1 in Führung (29.). Einen Schuss von Jeff Corey wehrte Lusins ab, der Nachschuss von Sergei Stas war drin. Immerhin brachte Jonas Lanier seine Mannschaft mit einem schönen Schlenzer in den Winkel wieder heran (33.). Zuvor hatte es eine Schrecksekunde gegeben: Lusins war weit aus dem Tor herausgefahren, um einen langen Pass wegzustochern, Ivan traf ihn dabei am Kopf. Der Pinguins-Torhüter musste behandelt werden, konnte aber weiterspielen.
Wie schon im Mitteldrittel schlug Stanley im Schlussabschnitt nach wenigen Sekunden zu. Er fälschte einen Schuss von Leinweber ins Tor ab. Es gab weitere Chancen, doch mit zunehmender Spieldauer minimierten die Pinguins das Risiko und verlegten sich auf die Sicherung des Unentschiedens. So ging es in die Verlängerung, in der die Gäste ihre Überzahl nutzten.
Schon morgen in Freiburg steht Spiel vier auf dem Plan, einen psychologischen Nachteil für seine Mannschaft sieht Leidborg dennoch nicht: „Es ist egal ob du vorher nach Verlängerung verloren oder 9:0 gewonnen hast. Du brauchst vier Siege. Alles andere zählt nicht.“
Angriff: Mücke, O’Brien, Lanier – Parent, Stanley, Dejdar – Janzen, Garten, Litesov – Ohmann, Brandl, Schwarzkugler.
Tore: 0:1 (12:21) Ivan (Mizzi, Corey) bei 5/4; 1:1 (20:27) Stanley (Slaton, Parent); 1:2 (27:23) Billich (Schüle, Mizzi); 1:3 (28:13) Stas (Corey, Vozar); 2:3 (32:57) Lanier (Mücke, O‘Brien); 3:3 (40:30) Stanley (Leinweber, Hucko); 3:4 (62:31) Corey (Bares, Ivan) bei 4/3
Strafzeiten: Pinguins: 12 Minuten – Wölfe: 20 Minuten
Schiedsrichter: Marcus Brill (Zweibrücken) – Zuschauer: 1500
