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Fehlstart der allerschlimmsten Sorte


bremerhaven. Diese Dusche war so eiskalt, da kommen sogar Pinguine ins Frösteln: Die Fischtown Pinguins haben das erste Spiel im Playoff-Viertelfinale gegen die Dresdner Eislöwen mit 0:3 (0:1, 0:1, 0:1) verloren. Bis auf zehn Minuten im Mitteldrittel war es eine sehr enttäuschende Leistung der Bremerhavener. Von lars brockbalz


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Sieht aus wie ein Tor, ist aber keins: Der Schuss von Sergej Janzen geht neben das Tor.

Dresden war nicht einmal besonders stark, die Mittel zum Sieg waren denkbar einfach: In fast jedem Zweikampf war der Eislöwe der aggressivere Mann. Dadurch ließen die Gäste vor dem eigenen Tor wenig zu und gewannen viele Pucks für schnelle Angriffe. Drei davon nutzten sie zu Toren.

Die Pinguins dagegen traten nicht wie ein Playoff-Team auf. Nur eine handvoll Spieler zeigte Normalform, das Zusammenspiel war schlecht. Sie erzeugten zu wenig Druck, machten viel zu viele individuelle Fehler. Dazu boten sie ein Überzahl-Spiel, das den Namen nicht verdient hatte.

„Dresden hat Playoff-Hockey gezeigt und gekämpft, wir wollten nur spielen. So reicht das nicht. Vielleicht waren unsere Erwartungen und die im Umfeld auch zu hoch“, sagte Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg, der nicht mit Kritik an seinen Spielern sparte: „Von denen, die Führungsspieler sein wollen, habe ich fast nichts gesehen.“

Spätestens jetzt müsste jedem Pinguin klar sein, dass die tolle Schlussphase der Hauptrunde mit neun Siegen in Serie in den Playoffs gar nichts mehr zählt. Immerhin ist die Playoff-Serie „best of seven“ noch lang genug, um die Scharte von gestern auszuwetzen.

Dresdens Top-Stürmer Sami Kaartinen fiel mit Rückenproblemen aus, die angeschlagenen Patrick Jarrett und Marc St. Jean konnten dagegen spielen. Die Pinguins spielten in Top-Besetzung, aber nicht in Top-Form. Von Beginn an wirkten sie sehr gehemmt, die Schüsse auf das Tor von Pasi Häkkinen waren an einer Hand abzuzählen. Chris Stanley hatte bei einem Konter in Unterzahl die größte Chance. Die Eislöwen brachten auch nicht viel mehr zustande, sie beschränkten sich darauf, das Verteidigungsdrittel sauber zu halten und setzten auf vereinzelte Nadelstiche. Einen solchen nutzte Bastian Steingroß in der 10. Minute, als er von der blauen Linie abzog und der Puck hoch einschlug.

Erst nach etwa einer halben Stunde fanden die Pinguins das Gaspedal und machten mal Druck auf das Tor von Häkkinen. Der hielt jedoch Stand, so bei Einzelaktionen von Stanley und Alexander Janzen. Endlich sprang der Funke auch auf die 2640 Fans in der Eisarena über, allerdings spielte Hugo Boisvert den Stimmungstöter. Bei Vier gegen Vier lief er nach Traumpass von Norman Martens allein auf Pinguins-Torhüter Marko Suvelo zu und versenkte eiskalt zum 2:0 (31.). Immerhin machten die Pinguins weiter Druck und arbeiteten vor allem vor dem Tor intensiver, wodurch sie Häkkinen zu einigen tollkühnen Taten zwangen. Das Überzahl-Spiel blieb allerdings weiter völlig brotlos. Bezeichnend war ein Powerplay drei Minuten vor der zweiten Sirene, in dem die Gäste zwei gute Torgelegenheiten hatten und die Pinguins nicht eine einzige.

Das ganz große Aufbäumen im Schlussdrittel blieb aus, die Pinguins verzettelten sich immer mehr in Einzelaktionen. Zwar waren einige davon gefährlich (Stanley und Brad Self zwangen Häkkinen zu großen Paraden), aber ein Dauerdruck auf das Gäste-Tor kam nie zustande. Es war bezeichnend, dass der Todesstoß bei eigener Überzahl kam. Im Aufbau ging die Scheibe verloren und Jarrett fuhr mit aller Zeit der Welt auf Suvelo zu: 3:0 (54.).

Haloschan geht K.o.

Nicht, dass in diesem Spiel schon genug schiefgegangen ist: Drei Minuten vor Ende des ersten Drittels bekam Ersatztorwart Dustin Haloschan, der ohne Helm auf der Bank saß, einen Befreiungsschlag der Dresdner an den Kopf. Er ging kurz K.o., musste in der Kabine behandelt werden und kam nicht wieder.

Das ist vielleicht der Trost für die kommenden Spiele gegen die Eislöwen: So ein Spiel wie gestern wird sich kaum wiederholen. Darf es auch nicht.

Pinguins – Dresdner Eislöwen (0:1, 0:1, 0:1) 0:3

Pinguins: Tor: Suvelo, Haloschan (nicht eingesetzt); Abwehr: Kurtz, Leinweber – Hucko, Slaton – Janke, Thomas – Willaschek; Angriff: Dejdar, Stanley, Kreuzer – Fauser, Self, Gosdeck – Sergej Janzen, Alexander Janzen, Litesov – Ohmann, Garten, Firsanov.

Tore: 0:1 (10:00) Steingroß (Boisvert, Schmerda); 0:2 (30:32) Boisvert (Norman Martens, Steingroß); 0:3 (53:56) Jarrett (ohne Assist) bei 4/5

Strafzeiten: Pinguins: 6 Minuten + 10 Firsanov – Eislöwen: 24 Minuten + 10 Häkkinen

Schiedsrichter: Heiko Dahle (Berlin) – Zuschauer: 2640

Weitere Spiele: Ravensburg – Landshut 6:3; Heilbronn – Rosenheim 3:6; Schwenningen – Kaufbeuren 4:2.

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Sieht aus wie ein Tor, ist aber keins: Der Schuss von Sergej Janzen geht neben das Tor.
Artikel vom 16.03.11 - 07:00 Uhr
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