
Mit 28 Punkten, davon 13 im letzten Viertel, 8 Rebounds, 6 Assists und 2 Steals (geklaute Bälle) war Everett der Mann des Spiels. So effektiv wie der 26-jährige Amerikaner in Bayreuth hat noch kein Eisbären-Akteur in dieser Saison gespielt. Und auch Denison (21 Punkte/5 Rebounds), der das Duell gegen Ex-Eisbär Jared Reiner deutlich gewann, war erneut sehr gut aufgelegt. Sie erzielten gemeinsam fast die Hälfte aller Bremerhavener Punkte.
Für die Eisbären, die auf den verletzten John Allen verzichten mussten, war es das erwartet harte Stück Arbeit. Der Aufsteiger, der um den Klassenerhalt kämpft, gab nie auf und machte den Gästen das Leben schwer. Eisbären-Coach Doug Spradley startete wieder mit Craig Callahan für Andrew Drevo. Doch zunächst machten vor allem der Ex-Cuxhavener Danny Gibson und Echenukwu Ibekwe den Gästen das Leben schwer. 10:5 führte Bayreuth, die Eisbären vergaben reihenweise gute Wurfmöglichkeiten. Da wollten auch die einfachsten Korbleger nicht gelingen.
Erst beim 13:12 (6.) durch zwei Freiwürfe von Callahan lagen die Bremerhavener zum ersten Mal vorn. Es blieb eine enge Kiste, auch wenn Philipp Schwethelm zwei Dreier in Folge traf.
Im zweiten Viertel rüttelte Spradley sein Team in einer frühen Auszeit wach. Da war Kapitän Jan Lipke schon nicht mehr dabei. Er knickte um und konnte nicht weiterspielen. Aber dafür lief es nun bei Everett wie geschnitten Brot. Er markierte sieben Punkte in Folge, Denisons Dunking bedeutete das 42:38. Aber die Eisbären kamen nicht weg, zur Pause hieß es 46:44.
Im dritten Viertel begann Callahan stark. Sein Pass auf Denison bedeutete das 54:48, das war die bis dahin höchste Führung. Kurze Zeit später waren es nach einem weiteren Denison-Dunking acht Punkte, vor den letzten zehn Minuten waren es sechs Zähler (65:59).
Es blieb ganz eng, weil die Eisbären zunächst gute Möglichkeiten vergaben. „Aber ich hatte nie das Gefühl, dass wir in Gefahr waren“, sagte Spadley. Seine Mannschaft habe immer die passende Antwort auf die Bayreuther Punkte gehabt. Reiner brachte Bayreuth wieder in Führung (71:69), Tyrone Brazelton konterte mit einem Dreier. Der kam zur rechten Zeit. Everett avancierte dann zum Alleinunterhalter. Nach einem Steal gegen Wachalski verwandelte er den Korbleger zum 80:77. „Er hat ein tolles Spiel gemacht, war im 1:1 nie zu stoppen und hat seine Würfe, die er gegen Gießen noch vergeben hat, heute getroffen“, freute sich der Eisbären-Coach.
Callahan kassierte sein fünftes Foul, da waren noch 1:45 Minuten auf der Uhr, ein mickeriges Pünktchen lagen die Eisbären vorn. Aber sie hatten ja Teufelskerl Everett. Der traf zum 84:79 und stiebitzte dann Drew Neitzel den Ball. Die Gastgeber foulten jetzt dreimal in Folge ganz schnell, um die Eisbären an die Freiwurflinie zu zwingen. Doch da waren die Eisbären recht sicher und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen.
„Wir haben uns als Mannschaft präsentiert“, lautete Spradleys Fazit. „Ich bin sehr zufrieden.“ Das war er zuletzt nicht oft. (rie)
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