
Chefcoach Doug Spradley beorderte überraschend Neuzugang Alex Gordon bei dessen Heim-Debüt in die Startformation. Es war das erwartet unansehnliche Spiel, mit Basketball hatte das oft nur wenig zu tun. Das war angesichts der Würzburger Spielweise, die eher an eine „Hasenjagd“ erinnerte, aber auch nicht anders zu erwarten. Die Gäste hetzten die Eisbären permanent übers Feld. Und die verloren dabei oft den Überblick.
Ein weiterer großer Nachteil für die Gastgeber waren zunächst die drei Männer in den gelben Trikots. Was die Unparteiischen mitunter zusammenpfiffen, ging auf keine Kuhhaut. Die drei packten weiter Willkür-Pfiffe am Fließband aus. Da war keine Linie drin, da wurde mit zweierlei Maß gemessen.
Bis zum 10:11 (7.) war noch alles im Lot, doch dann schenkte Ricky Harris den Gastgebern ein. Zehn Punkte gelangen ihm in weniger als zwei Minuten, Würzburg war auf 21:12 weg, die Eisbären hatten keine Antwort, 21:14 für den Gast nach zehn Minuten.
Im zweiten Viertel hielten Jason Cain und Anthony Smith die Gastgeber, bei denen in der ersten Halbzeit nur vier Akteure punkteten, im Spiel. Aber in der Verteidigung machten die Eisbären haarsträubende Fehler, der Gast griff sich allein in Halbzeit eins neun Offensiv-Rebounds. Nach einem weiteren Dreier von Harris führten sie mit 38:23 (18.).
Mit dem ersten erfolgreichen Dreier der Eisbären leitete Anthony Smith die kleine Aufholjagd ein. Mit einem 6:0-Lauf kämpften sich die Bären wenigstens auf sieben Punkte zur Pause heran.
Dass sie auch ganz anders können, zeigten die Bremerhavener nach dem Wechsel. Mit einem glänzend aufgelegten Anthony Smith kämpften sie sich auf 42:43 heran (25.), Würzburgs Coach John Patrick nahm eine Auszeit. Endlich wurde gut verteidigt, die Raum-Verteidigung bereitete den Gästen großes Kopfzerbrechen. Und mit jedem Ballgewinn in der Abwehr wurde das Selbstvertrauen im Angriff größer.
Plötzlich lief es wie geschnitten Brot. Tony Canty holte ein unsportliches Foul heraus, traf zwei Freiwürfe, und im folgenden Angriff stopfte Zach Peacock den Ball in den Korb – 46:43. Wieder Auszeit Würzburg. Einmal noch glichen die Gäste aus, aber dann brachen bei ihnen alle Dämme. Center Chris McNaughton (13 Punkte in Halbzeit zwei) war ebenso großartig aufgelegt wie Terrell Everett und die beiden Smith. Anthony war mit 17 Punkten bester Werfer der Eisbären, Namensvetter Mike legte den Würzburgern, bei denen Ex-Eisbär Robert Tomaszek überhaupt nicht in Erscheinung trat, zwei Dreier aus der Ecke ins Nest und behielt auch nach einem Ballgewinn beim Schnellangriff die Nerven. Er stopfte den Ball in den Korb, wurde gefoult und traf auch den Freiwurf (70:61/37.).
Zwischendurch spielte Everett mit John Little Katz und Maus und schoss einen Dreier aus acht Metern direkt am Mann in den Würzburger Korb. Das war ganz großer Sport, wie überhaupt die gesamte zweite Hälfte. Da machte das Zuschauern Spaß.
„Ich freue mich über dieses Comeback meiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit“, sagte Doug Spradley. „Und wenn wir so spielen, freue ich mich auch auf die nächsten Spiele.“
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