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Eisbären vom Coup betroffen


Bremerhaven. Der BBC Bayreuth bastelt an einer Personalie, die in der Basketball-Szene für Furore sorgt – die Oberfranken wollen Kevin Durant verpflichten. Wenn der Transfercoup gelingen sollte, wären die Eisbären Bremerhaven davon betroffen. Der NBA-Star Durant soll in zwei Spielen für die Bayreuther auflaufen, darunter am 27. Dezember im Heimspiel gegen die Eisbären. Von Dietmar Rose


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Kevin Durant ist erst 23 Jahre alt, hat aber bereits Geschichte in der NBA geschrieben. Der Profi der Oklahoma City Thunder war mit 21 Jahren NBA-Topwerfer – das hat vor ihm noch kein Spieler geschafft. Foto AFP

Dass ein Spieler vom Format Durants überhaupt auf dem Markt ist, liegt am Tarifstreit in der NBA, der besten Liga der Welt. Seit Monaten können sich die Clubeigner und die Spielergewerkschaft nicht darauf verständigen, wie die Einnahmen von rund 4,3 Milliarden Dollar aufgeteilt werden sollen. Inzwischen droht die Absage der kompletten NBA-Saison – was Stars wie Durant nach Alternativen Ausschau halten lässt. Wie der 23-Jährige von den Oklahoma City Thunder dabei ausgerechnet auf Bayreuth gekommen ist, bleibt rätselhaft. Die Oberfranken, in der vergangenen Saison knapp dem Erstliga-Abstieg entronnen, sind weder von den Perspektiven noch von der finanziellen Ausstattung mit den ebenfalls an Durant interessierten Klubs Pamesa Valencia und Maccabi Tel Aviv zu vergleichen.

Ausgangslage ändert sich

Wie ein durchschnittlicher Erstligist wie Bayreuth auf den Radarschirm eines Profis geraten ist, der in den vergangenen beiden Spielzeiten der beste Werfer in der NBA war und von seinem Klub mit einem 86-Millionen-Dollar-Vertrag ausgestattet wurde, überfordert die Fantasie von Jan Rathjen. „Mir fällt dafür keine schlüssige Erklärung ein“, räumt der Eisbären-Manager ein, schiebt aber nicht ganz ernsthaft hinterher: „Vielleicht hat er ja eine Freundin in Bayreuth.“ Die Ausgangslage für das Eisbären-Gastspiel in Bayreuth würde sich bei einem Mitwirken Durants verändern, sagt Rathjen: „Wenn er spielt, wüsste ich, wer Favorit ist – jedenfalls nicht Bremerhaven.“

Anrufe von Agenten, die ihre Klienten aus der NBA in Europa unterbringen wollen, sind in Rathjens Büro noch nicht aufgelaufen. „Für uns würde das auch keinen Sinn machen. Was wollen wir mit einem Spieler, der vielleicht in zwei oder drei Monaten wieder weg ist?“, fragt Rathjen mit Blick darauf, dass die NBA-Profis bei einem Ende des Tarifstreits wieder bei ihren Arbeitgebern antreten müssten. Darüber hinaus stelle sich die Frage, ob eine kurzfristige Verstärkung nicht mehr Schaden für das Mannschaftsgefüge als sportlichen Nutzen mit sich bringen würde.

Dieses Risiko würden die Bayreuther in Kauf nehmen, zumal Durant nur am 27. Dezember gegen die Eisbären und am 29. Dezember im Auswärtsspiel bei Bayern München eingesetzt werden soll. „Unser Angebot liegt auf dem Tisch, die große Unbekannte ist jedoch die Versicherungsprämie“, sagt BBC-Geschäftsführer Manfred Schöttner in einem Interview mit dem Internet-Portal spox.com. Dass es sich um einen PR-Gag handeln könnte, weist Schöttner zurück: „Es ist nicht unsere Art, in der deutschen Basketball-Szene einen Ballon aufsteigen zu lassen.“ Mit Durants Entscheidung sei heute zu rechnen – darauf dürften auch die Eisbären gespannt sein.

Zur Person

Name: Kevin Durant

Geboren: 29. September 1988 in Washington D.C., USA

Größe: 2,06 Meter

Position: Shooting Guard und Small Forward

Verein: Oklahoma City Thunder

Erfolge: Bester Werfer der NBA in der Saison 2009/2010 (30,1 Punkte im Schnitt) und 2010/2011 (27,7)

International: Weltmeister mit den USA 2010 in der Türkei (22,8 Punkte im Schnitt)

Artikel vom 16.11.11 - 12:00 Uhr
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