
Die 10 120 Zuschauer waren eine imposante Kulisse und spülten eine ordentliche Einnahme in die Kasse der Eisbären. Dass der Funke nicht vom Parkett auf die Ränge übersprang, war vielleicht das einzige Manko einer sonst rundherum gelungenen Veranstaltung. Aber die Stimmung auf den Rängen muss sich eine Mannschaft – gerade wenn ein Großteil der Besucher vielleicht zum ersten Mal ein Bundesliga-Spiel besucht – erarbeiten. Das konnten die Bremerhavener in ihrem Heimspiel nicht. Dafür war die Partie zu einseitig, die Artland Dragons zu dominant. Und den Bären fehlte es am letzten Biss.
Trotzdem: Die akribische Arbeit der Eisbären in den vergangenen Wochen und Monaten hat sich gelohnt. Dragons-Coach Stefan war begeistert. „Wenn man über 10 000 Menschen für ein Basketballspiel in die Halle bekommt, zeigt das, dass die Sportart im Kommen ist“, sagte er. Mit dieser Kulisse haben die Eisbären einen Meilenstein gesetzt. „Es war verdammt viel Arbeit im Vorfeld, aber die hat sich gelohnt“, sagte Manager Jan Rathjen.
Die Eisbären haben sich als Klub von ihrer besten Seite gezeigt, trotz der Niederlage. Aus wirtschaftlicher Sicht ist der Ausflug in die Nachbarstadt ein Erfolg gewesen. Genaue Zahlen gibt der Manager nicht preis, der Gewinn dürfte aber im fünfstelligen Bereich liegen. Allein 650 VIP-Karten wurden verkauft, so viele, wie nie zuvor in der Geschichte des Klubs.
Viel wichtiger ist aber noch das gewonnene Renommee, die gestiegene Akzeptanz über die Grenzen Bremerhavens hinaus. Bisher stand die beste Besucherzahl aus der Saison 2007/08 vom Heimspiel gegen Oldenburg. Da kamen 9450 Fans in die Bremen-Arena. In jener Saison sahen im Schnitt auch die meisten Besucher die Eisbären-Heimspiele der Hauptrunde (3529). Jetzt, wo noch drei Heimspiele zu bestreiten sind, haben die Eisbären bereits 3661 Besucher pro Partie angelockt. Und das Restprogramm sieht vielversprechend aus. Für das Gießen-Spiel am kommenden Sonntag sind schon 3500 Tickets weg, es folgen dann die Partien gegen Berlin und Göttingen. „Auch da rechne ich mit einer vollen Stadthalle“, sagt Rathjen.
Rathjen hat mit der BBL schon erste Gespräche geführt, die Bremen-Arena wäre am besagten Wochenende im April 2012 frei. „Wir haben den Termin mal geblockt“, so Rathjen gestern vielsagend. Soll heißen: Die Eisbären haben ihren Bewerbungs-Hut in den Ring geworfen.
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