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Eisbären holen NBA-Mann


Bremerhaven. Fünf Tage lang war er in Bremerhaven, aber diese Reise hätte sich der Basketballer Nick Covington sparen können: Er hat nun doch keinen Vertrag bei den Eisbären bekommen. Sein alter Club hat keine Freigabe erteilt. Für den Bremerhavener Bundesligisten könnte sich das zum Glücksfall entwickeln: Die Eisbären haben stattdessen Jamison Brewer verpflichtet – ein Mann mit vier Jahren NBA-Erfahrung im Trikot der Indiana Pacers und der New York Knicks. Von Torsten Melchers


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Der neue Eisbär Jamison Brewer (vorne) kommt mit der Erfahrung von vier Jahren NBA nach Bremerhaven. Hier trägt er das Trikot der New York Knicks und wird gerade von Mike James (Milwaukee Bucks) gefoult. Foto imago

Das klingt allerdings eine Spur großartiger als es ist: Die meiste Zeit war Brewer verletzt und saß auf der Bank. In vier Jahren kam er auf 54 Spiele, durchschnittliche Einsatzzeit dabei: 8,7 Minuten pro Spiel. Sein persönlicher NBA-Rekord waren 28 Minuten gegen Sacramento im Juli 2003.

Dennoch ist diese Erfahrung ein beachtliches Qualitätsmerkmal für den Spieler. Denn in der NBA, der besten und teuersten Basketball-Liga der Welt, hält sich niemand vier Jahre lang, wenn er nicht besondere Fähigkeiten hat.

2001 Rookie in Indiana

Jamison Brewer, geboren 1980 in East Point, einer kleinen Stadt im US-Staat Georgia, startete seine Profi-Karriere nach zwei Jahren College-Basketball 2001 als NBA-Rookie in Indiana, absolvierte pro Spielzeit aber höchstens 13 Spiele. Dann wechselte er zu den New York Knicks, für die er 18 Spiele absolvierte.

2006 begann seine Wanderschaft, nacheinander spielte er für KK Cibona Zagreb (Kroatien), Hollywood Fame (USA), Dexia Mons-Hainaut (Belgien), Bakersfield (USA), ES Pinheiros (Brasilien) und zuletzt für BC Odessa in der Ukraine. Dort hörte er Ende Januar auf, aus familiären Gründen.

Morgen Vormittag wird der mittlerweile 30 Jahre alte und 1,93 Meter große Guard in Bremerhaven erwartet und ist für das nächste Punktspiel am Sonnabend in Bonn fest eingeplant, genau wie der zweite Neuzugang Terrell Everett, der zuletzt beim kroatischen Spitzenclub Cibona Zagreb spielte, bereits in Bremerhaven eingetroffen ist und schon ein paar Trainingseinheiten der Eisbären mitgemacht hat.

Dass beide Spielpraxis haben, war aus Sicht der Eisbären „eines der Hauptkriterien“, wie Manager Jan Rathjen betont. Wegen der erneuten Verletzung von Tyrone Brazelton und des Abgangs von Donald Copeland stand das Team praktisch ohne Aufbauspieler da. „Umso wichtiger war, dass wir nun zwei Europa-erfahrene Guards verpflichten konnten“, sagt Rathjen.

Dass Brewer keine berauschenden Trefferstatistik hat (1,6 Punkte pro Spiel in der NBA) irritiert ihn kein bisschen: „Der muss nicht scoren, der soll das Spiel organisieren. Aber wenn er merkt, dass das Team Punkte braucht, dann punktet er auch.“ Der Manager hält große Stücke auf den neuen Mann, Brewer sprüht vor Einsatzwillen und strahlt sogar am Telefon einen überzeugenden Optimismus aus. „Macht euch keine Sorgen“, hat er angekündigt: „Sagt mir was ich tun soll, und ich mache das.“

Artikel vom 02.03.11 - 07:00 Uhr
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