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Eisbären-Sorgenkind in NBA gelandet


Bremerhaven. Nach nur drei Wochen war klar: Zwischen den Eisbären Bremerhaven und Gary Flowers passt es nicht. Der Power Forward löste in der Saisonvorbereitung seinen Vertrag beim Basketball-Erstligisten auf und wechselte nach Griechenland. Inzwischen macht Flowers wieder Schlagzeilen: Der 25-Jährige hat einen Vertrag beim NBA-Club Golden State Warriors erhalten. Von Dietmar Rose


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Für die Eisbären zu schlecht, für die NBA gut genug? Gary Flowers, der in diesem Sommer nach nur drei Wochen seinen Vertrag in Bremerhaven auflöste, hat bei den Golden State Warriors angeheuert. Foto eer

Damit erfüllt sich die Prophezeiung, die Doug Spradley bei der Verpflichtung von Flowers abgegeben hatte. „Vom Potenzial hat er das Zeug dazu, irgendwann in der NBA zu spielen“, sagte der Eisbären-Trainer damals. Wenige Wochen später war Spradleys Begeisterung für den Profi-Neuling, der im Team der Southern Mississippi University für Aufsehen gesorgt hatte, verflogen. „Was soll man machen, wenn sich einer für King Louie hält?“, nahm Spradley den Abgang gelassen.

Flowers war bei den Eisbären ins Abseits geraten, weil er die vom Club gewünschte Verlängerung der Probezeit in seinem Einjahresvertrag als Tiefschlag empfunden hatte. Während Mike Smith, für den die Eisbären ebenfalls die erste Profi-Station nach der College-Karriere sind, damit einverstanden war, zwei Wochen länger vorzuspielen, schwänzte Flowers das Training und ließ sich auch beim Testspiel in Cuxhaven nicht blicken. „Er hat bei uns überhaupt nicht funktioniert“, blickt Eisbären-Manager Jan Rathjen zurück.

Dass Flowers inzwischen bei den im kalifornischen Oakland beheimateten Warriors gelandet ist, dürfte an seinen ordentlichen Leistungen in Griechenland liegen. So kam der 2,03 Meter große Forward bei KAO Dramas im Schnitt auf 10,7 Punkte und 6,7 Rebounds. Zum anderen stehen die NBA-Klubs unter Zeitdruck, ihre Kader zu füllen – zwischen dem Ende des Spielerstreiks und dem Saisonbeginn am 25. Dezember liegen weniger als vier Wochen. „Die NBA muss gucken, wer überhaupt noch auf dem Markt ist. Das wird anders laufen als in den vergangenen Jahren“, sieht Rathjen einen Vorteil für Spieler wie Flowers oder den Ex-Bayreuther Drew Neitzel, der in Dallas angeheuert hat.

Ob Flowers sich im Trainingscamp der Warriors durchsetzen kann, verfolgt Rathjen nicht nur wegen der Umstände der Trennung mit einer gesunden Portion Desinteresse. „Wir haben ganz andere Sorgen“, sagt der Eisbären-Manager.

Noch fehlt Geld für Smith

Da wäre zum Beispiel die Frage zu klären, wie es mit Anthony Smith weitergeht, dessen befristeter Vertrag Anfang Januar ausläuft. Rathjen betont, dass keineswegs gesichert sei, dass Smiths Engagement verlängert oder ein neuer Profi an seiner Stelle geholt werde. „Das ist finanziell zurzeit nicht darstellbar. Wir müssen noch viele Gespräche führen, um eine Lösung zu finden“, erklärt Rathjen. Dementsprechend unwahrscheinlich sei es, dass ein Ersatz für den verletzten Torrell Martin geholt werde – zunächst müsse die Personalie Smith geklärt werden. Sorgen um die finanzielle Situation der Eisbären müssen sich die Fans laut Rathjen aber nicht machen: „Wir halten unseren Wirtschaftsplan ein, haben ihn aber nicht verbessern können.“


Artikel vom 15.12.11 - 07:00 Uhr
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