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Einstieg in den Klimaschutz ist ganz leicht


Kreis Cuxhaven. Er kommt mit dem Zug. Doch das tun viele, um die Umwelt zu schonen und Energie zu sparen. Hans-Jürgen Klein macht mehr. Nicht, weil er Grüner Landtagsabgeordneter ist. Der 58-Jährige ist Energiesparer aus Leidenschaft. 200 Tipps hat er in den vergangenen zwei Jahren bereits gesammelt. Von Andreas Schoener


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Zug statt Auto: Hans-Jürgen Klein, Grüner Landtagsabgeordneter und Energiesparfuchs aus Leidenschaft, geht mit gutem Beispiel voran. Foto as

„In 33 Sekunden Lesezeit kann man ’ne Menge fürs Klima tun“, sagt der Mann aus Steinau, dessen Ideen einen Gegenwert von insgesamt rund 5800 Euro haben – wenn man sie denn befolgt. Alltagstauglich sind sie allemal.

Da ist zum Beispiel der Wasserhahn, der mit Perlator wesentlich weniger kostbares Nass vergeudet – selbst wenn man ihn nur kurz aufdreht. „Damit wird gleich viel Luft eingemischt, was wiederum weniger Wasser verbraucht“, sagt Klein und verweist darauf, dass bei nur vier Litern weniger pro Minute und fünf Minuten am Tag übers Jahr gerechnet sage und schreibe 145 Kilogramm Kohlendioxid eingespart werden würden. Dies wiederum entspreche einer Ersparnis von 34,50 Euro.

Und wer seine Brötchen vom Vortag auf dem Aufsatz seines Toasters aufbackt, anstatt sie in den Ofen zu schieben, der spart bei 100-maligem Aufbacken 27,5 Kilogramm Kohlendioxid. Das sind 8,50 Euro pro Jahr.

Apropos Brötchen: Der kurze morgendliche Weg mit dem Auto zum Bäcker geht nach Ansicht von Klein gar nicht. „Für eine Strecke von 500 Metern braucht der Wagen hochgerechnet 30 Liter pro 100 Kilometer. So etwas läppert sich: Bei 20 Kurzstrecken im Monat kommen im Jahr 180 Kilogramm Kohlendioxid zusammen. Und Kosten von etwa 100 Euro – mal abgesehen vom gesundheitlichen Nutzen eine wenig positive Gegenrechnung.

Neun Kilogramm Kohlendioxid weniger werden übers Jahr produziert, wenn warme Reste von Mahlzeiten erst an der Raumluft abkühlen, ehe sie in den Kühlschrank gestellt werden. „Herunterkühlen verlangt den Aggregaten wahre Höchstleistungen ab“, weiß Klein. „Das kann man sich sparen.“ Unterm Strich bringe derlei 2,50 Euro pro Jahr. Kleinvieh macht eben auch Mist.

Dabei ist es nicht das Geld allein, auf das es dem Mann mit ökologischem Verstand ankommt. „Es ist der Nutzen für unsere Umwelt, für deren Erhalt der Staat etwas tun muss und jeder Einzelne etwas tun kann.“ Denn Kohlendioxid als gefährliches Treibhausgas belaste die Atmosphäre enorm. „Meine Tipps sollen das Bewusstsein schärfen“, sagt er, „zum Nachdenken ermuntern. Und nachhaltig sein.“

Mit einem digitalen Newsletter hat Hans-Jürgen Klein praktisches Umweltwissen verschickt, dann kamen immer mehr Anregungen aus der Bevölkerung hinzu: herkömmliche, ungewöhnliche, amüsante. Sie alle kombiniert der Landtagsabgeordnete auf seiner Homepage und präsentiert sie seit zwei Jahren als leicht verständliche „Fundgrube für ein klimafreundliches Leben“. Das kommt gut an. „3000 Klicks pro Jahr können sich sehen lassen.“

Dabei geht der 58-Jährige natürlich mit gutem Beispiel voran: Auch wenn er keinen Lieblingstipp hat, wie man das Klima schonen kann. „Jeder einzelne Hinweis ist wichtig.“ Klein bezieht Ökostrom, fährt ein Auto, das einen Spitzenplatz auf der Liste der umweltverträglichsten einnimmt, dichtet seine Fenster ab, heizt so wenig möglich, schaltet bei längerer Abwesenheit den Router für Telefon- und Internetverbindung aus und beschreitet auch bei der Gartenarbeit betont klimafreundliche Wege. „Auf einen Laubsauger, der Krach macht und die Umwelt verpestet, verzichte ich völlig“, sagt Klein, „Ich reche mein Laub natürlich mit dem Besen zusammen. Der Rest wird vom Winde verweht.“

Ausgewählte Tipps auf einen Blick

Renovierung: Helle Farben sorgen nicht nur für angenehmes Wohnklima, sondern lassen die Räume auch in neuem Licht erstrahlen, das bis zu 80 Prozent des Lichts reflektiert – dunkle Wände reflektieren indes nur rund 15 Prozent. So lässt sich Tageslicht optimal nutzen sowie Energie und Geld sparen.

Ernährung: Nahrungsmittel aus der Region verursachen durch kürzere Transportwege zumeist viel weniger Kohlendioxid als vergleichbare, von weit her angelieferte Produkte.

Haushalt: Wer Obst und Gemüse waschen will, sollte dies nicht unter fließendem Wasser tun. Kaltes Wasser in einer Schale oder Schüssel genügen völlig. Anschließend kann man das Wasser zum Blumengießen verwenden.

Mobilität: Jedes Kilogramm mehr Gewicht im Auto erhöht den Benzinverbrauch. Kofferraum durchforsten und raus mit dem Fünf-Liter-Ölkanister, dem Werkzeugkoffer oder den selten benötigten Inlineskates.

www.hans-juergen-klein.de

Artikel vom 08.09.10 - 16:00 Uhr
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