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Eine grausige Vorstellung

Bremerhaven. War es das für die Eisbären Bremerhaven mit den Playoffs? Durch die enttäuschende Leistung gestern bei der 71:80 (32:48)-Niederlage in Tübingen können die Bremerhavener die Playoffs der Basketball-Bundesliga aus eigener Kraft nicht mehr erreichen. „Es ist das eingetreten, was ich nicht haben wollte. Wir müssen hoffen, dass die Konkurrenz verliert. Immer vorausgesetzt, dass wir in Ulm am Sonnabend gewinnen“, sagte ein gefrusteter Trainer Doug Spradley.

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In der ersten Halbzeit war das Spiel der Eisbären in Tübingen tatsächlich so schlecht, dass sich Trainer Doug Spradley mitunter die Augen zuhalten musste. Foto Eibner

Die Konkurrenz, das sind EnBW Ludwigsburg und die BG Göttingen. Die stehen mit zwei Minuspunkten weniger auf dem Konto als die Eisbären auf den Rängen sieben und acht, Neunter sind die Bremerhavener. Fakt ist: Nur mit einem eigenen Sieg in Ulm im letzten Hautprunden-Spiel können die Bremerhavener ihre Chance wahren – und müssen dann darauf hoffen, dass Ludwigsburg und/oder Göttingen verlieren. Sollten Ludwigsburg im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Frankfurt und Göttingen beim Mitteldeutschen BC gewinnen, können die Eisbären spielen wie sie wollen, dann ist die Saison am 23. April unwiderruflich beendet.

Gestern bot die Mannschaft im vielleicht wichtigsten Spiel der Saison eine klägliche Vorstellung. In der ersten Halbzeit waren die Eisbären ein Schatten ihrer selbst. Da spielten sie eine grausige Defensive, ohne Herz und Biss. Die Tübinger konnten schalten wie sie wollten, die Bremerhavener ergaben sich fast in ihr Schicksal. Da fehlte alles, was eine Mannschaft auszeichnet.

Wille, Einsatz, Intensität, Kampfkraft – das war bei den Schützlingen von Doug Spradley nicht vorhanden. Ein überragender Chris Oliver (30 Punkte/11 Rebounds), ein gut aufgelegter Dane Watts (22 Punkte), ein körperlich präsenter Anatoly Kashirov (11 Punkte/10 Rebounds) und ein gewiefter Spielmacher Branislav Ratkovica (10 Punkte/10 Assists) vernaschten die Eisbären nach Strich und Faden.

Der athletische Oliver war nicht zu stoppen. „Er hatte schon in den ersten vier Minuten vier Offensiv-Rebounds geholt und machte daraus leichte Punkte, weil wir unter dem eigenen Korb nicht ausgeboxt haben“, sagte ein enttäuschter Spradley. Für die langen Eisbären-Spieler war der Ex-Göttinger zu schnell, für die kleineren Verteidiger war er zu athletisch. Die ersten zehn Punkte markierten die Gastgeber nach Schnellangriffen – und die Eisbären wankten müde hinterher.

25:10 stand es für Tübingen nach zehn Minuten, das sah übel aus. Spradley probierte viel, es half nur wenig. Die Wurfquote war grausig, erst 56 Sekunden vor dem Ende traf John Allen einen Dreier – es war der einzige Treffer bei 12 Versuchen. Unterirdisch.

Zur Pause lagen die Tiger mit 48:32 vorn, sie behaupteten diese Führung fast konstant. Die Eisbären kamen nicht dazu, an den „magischen“ zehn Punkten Rückstand zu schnuppern. Das gelang ihnen erst mit Beginn des Schlussviertels. „Da haben wir endlich als Team gespielt“, so der Trainer. Die Folge: Durch einen 12:2-Lauf waren sie wieder auf fünf Punkte dran (61:66/33.). Aber das Strohfeuer war schnell erloschen. Callahans Wurf verfehlte sein Ziel, Brewer verlor den Ball, Kashirov erhöhte per Dunking auf 68:61. Schwethelm verfehlte aus der Mitteldistanz, im Gegenzug holte sich Oliver nach einem eigenen Fehlwurf den Offensiv-Rebound und vollendete zum 70:61. Auszeit Spradley, Fahrkarte von Callahan, da sagte Watts danke. Per Dreier schraubte er den Vorsprung auf 12 Punkte. Da waren noch 3:51 Minuten auf der Uhr – und mit der Herrlichkeit der Gäste war es ganz fix wieder vorbei.

Spradley war vom Auftritt seiner Truppe sehr enttäuscht: „So darf man sich nicht präsentieren, wenn man um die Playoffs kämpft. Ich begreife nicht, warum wir heute so schlecht waren.“ (rie)


Artikel vom 18.04.11 - 12:00 Uhr
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