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Eine bärenstarke Verteidigung

Bremerhaven. Die Spieler der Eisbären Bremerhaven müssten sich im Nachhinein eigentlich in den Allerwertesten beißen. Warum nur stellten sie sich gegen Schlusslicht Tübingen Sonntag vor einer Woche so dösig an und verloren? Trainer Doug Spradley und seine Jungs hätten nach dem 63:55 (32:35)-Sieg am Sonnabend ohne die Niederlage gegen die Tigers ganz weit oben in der Tabelle der Basketball-Bundesliga stehen können.

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Da kann sich Skyliners-Center Jermareo Davidson (rechts) noch so strecken, am erfolgreichen Korbleger kann er Torrell Martin nicht hindern. Der Eisbären-Kapitän erzielte in der Schlussphase acht seiner insgesamt 19 Punkte. Foto Eibner

Punktgleich wären sie gewesen mit dem Tabellenzweiten Würzburg, mit Ulm und mit Bonn. „Ich denke nicht nur an die Niederlage gegen Tübingen, sondern denke über alle drei Niederlagen nach. Die waren eigentlich alle überflüssig“, sagt der Trainer.

Gegen Tübingen war er vor allem mit der Verteidigung seines Teams – 90 Punkte gegen den Tabellenletzten sind ein Armutszeugnis – nicht zufrieden. In Frankfurt am Sonnabend machten es seine Jungs viel besser. Den Gegner bei 55 Punkten zu halten – das war einer Eisbären-Mannschaft seit dem Aufstieg in der Saison 2005/06 noch nie gelungen. Ganze 13 Punkte erzielten die Skyliners, für die die Lage am Tabellenende langsam bedrohlich wird, in den letzten 15 Minuten.

Als die Bremerhavener in der Defensive endlich mit so viel Intensität spielten, wie es der Trainer von ihnen fordert, hatten die Gastgeber nichts mehr zu lachen. Vor allem Aufbauspieler Jamison Brewer legte eine Schippe drauf. „Er hat ganz stark gegen Justin Gray verteidigt. Ich glaube, Gray hat nur vier Punkte gegen ihn gemacht“, so Spradley. Und mit ihrem Anführer und Häuptling auf Kriegspfad waren auch die anderen Eisbären in der Lage, hart zu verteidigen.

Das zahlte sich aus. Aus einer 32:41-Rückstand machte die Eisbären eine 54:49-Führung. Kapitän Torrell Martin schloss in der Schlussphase einige Schnellangriffe ab. Er war mit 19 Punkten, davon acht in den letzten Minuten, bester Eisbären-Werfer. „Ich freue mich, dass die Mannschaft alles so gut umgesetzt hat. Und ich bleibe dabei: Wenn wir die Intensität nach oben schrauben, können wir jeden Gegner in der BBL ärgern und vielleicht sogar schlagen“, so der Coach.

Nach knapp einer Minute hatte er in Frankfurt bereits eine Schrecksekunde zu überstehen. Zachery Peacock war umgeknickt, humpelte mit Schmerzen auf die Bank. Erst im zweiten Viertel kehrte der bisher beste Eisbären-Werfer der Saison zurück. „Ich glaube nicht, dass die Verletzung ernster ist. Am Sonntag habe ich zumindest nichts gehört“, sagt Spradley.

Für Peacock sprang Jason Cain in die Bresche. Die Aussprache mit Trainer und Management in der vergangenen Woche scheint gefruchtet zu haben. Der Ex-Braunschweiger erzielte 11 Punkte bis zur Pause und war bis dahin bester Werfer der Gäste, bei denen Nationalcenter Chris McNaughton nach zwei schnellen Fouls früh auf die Bank geholt wurde.

Nach der Pause zermürbten die Eisbären ihren Gegner regelrecht. Einzig die Trefferquote ließ zu wünschen übrig. Unter den Körben hatten die Eisbären die Lufthoheit, zwangen die Skyliners zu vielen Fehlpässen und schweren Würfen. Und sie waren am Ende einfach frischer, weil Frankfurt nur mit einer Achter-Rotation spielte. „Bei uns haben die Jungs von der Bank gut gespielt. Das hat uns geholfen“, sagte Spradley. Einzig Terrell Everett stand erneut etwas neben sich. Ob das vielleicht auch mal ein Gespräch angebracht wäre? Bei Cain und zuvor bei Torrell Martin scheint es ja gefruchtet zu haben. (rie)

Artikel vom 14.11.11 - 12:00 Uhr
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