
Geleitet wird das Treffen vom erst kürzlich ernannten Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft, Staatssekretär Hans-Joachim Otto (FDP) aus dem Wirtschaftsministerium. Dass es nach diesem ersten maritimen Gipfel schon konkrete Hilfsmaßnahmen zu verkünden gibt, gilt allerdings als unwahrscheinlich. Die Thematik sei „hochkomplex“, sagt Michael Ahrens, Sprecher von Hamburgs Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU).
Die einst boomende Branche ist schwer angeschlagen. Einbrüche im Welthandel führten zu einem Verfall der Frachtpreise, Reedereien fahren hohe Verluste ein, und Werften leiden unter der Stornierung von Bauaufträgen.
Während viele Reedereien seit 2008 hohe Verluste einfahren und teilweise nicht einmal die Betriebskosten ihrer Schiffe decken, können oder wollen ihnen die Kreditinstitute inzwischen aber kaum mit Extrakrediten helfen. Die HSH Nordbank als der weltgrößte Schiffsfinanzierer etwa ist selbst durch Fehlspekulationen in Schieflage geraten. Reguläre staatliche Hilfen für Unternehmen wiederum, etwa Sonderprogramme der staatlichen Förderbank KfW oder der in der Krise aufgelegte Deutschland-Fonds, können die Finanzlücke laut Verband Deutscher Reeder (VDR) nicht schließen, da sie auf die besonderen Gegebenheiten der Branche teils gar nicht passten. Um direkte Rettungspakete für einzelne Firmen soll es beim Krisentreffen nicht gehen. Doch schon allgemeine Kredithilfen für klamme Reeder könnten etwa auch den gebeutelten deutschen Werften nützen, die nach Angaben ihres Verbands in den vergangenen zwei Jahren rund ein Viertel ihres Auftragsbestands durch Neubau-Stornierungen seitens der Schiffseigner verloren.
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