
Am kommenden Sonntag wird der 1,98 Meter lange Flügelspieler 24 Jahre alt. Der unterschriebene Einjahres-Vertrag plus Option für ein weiteres Jahr bei den Eisbären könnte also ein vorweggenommenes Geburtstagsgeschenk sein. Smith gehörte in der abgelaufenen Saison im Trikot der East Tennessee State University (ETSU) aus Johnston City zu den besten Spielern der NCAA 1, der höchsten College-Divisionen.
Der aus Vandalia in Missouri stammende Smith war bester Werfer seines Teams (17,9 Punkte pro Spiel) und zweitbester Rebounder (6,8 pro Spiel). Lohn für seine guten Leistungen war die Wahl zum Spieler des Jahres in der Atlantic Sun Conference, in der Tennessee Zweiter wurde. Für den Wirtschaftsstudenten Smith war es das tolle Comeback nach einer längeren Knieverletzung, durch die er den größten Teil der Saison 2009/10 zum Zuschauen verurteilt gewesen war.
Bei den Eisbären ist der 1,98 Meter lange Smith für die Flügelpositionen eingeplant. Seine Dreierquote ist mit 33,3 Prozent anständig, aber nicht überragend. Aber Smith ist ein vielseitiger Spieler, kein reiner Schütze. Er kann auch glänzend zum Korb ziehen, dort selber abschließen oder den Ball zu den Mitspielern durchstecken. Zudem wird dem 23-Jährigen eine sehr gute Arbeitsmoral und viel Basketballverstand nachgesagt.
Eisbären-Coach Doug Spradley hat Smith bei einem Trainingscamp in Raleigh (North Carolina) live gesehen – und war sofort angetan. „Ich hatte vorher schon einige Videos von ihm studiert, hatte mir seine Statistiken angeschaut und mit einigen Leuten gesprochen, die ihn kennen“, so Spradley, der insgesamt knapp drei Wochen in den USA war.
Der Eisbären-Dompteur vergleicht Smith mit dem Hagener Jacob Burtschi, der mittlerweile einen Vertrag in der spanischen ABC unterschrieben hat. „Mike ist zwar ein paar Zentimeter kleiner als Jacob, ähnelt ihm aber von der Spielweise her“, sagt Spradley. Im College spielte Smith meistens auf der großen Flügelposition drei, „kann aber auch einige Minuten als Power Forward auf der vier spielen“, so Spradley.
Der Eisbären-Trainer schätzt vor allem die Vielseitigkeit seines neuen Akteurs. „Er kann schießen, er scheut keinen Kontakt, zieht gut zum Korb, verteidigt auch gegen kleinere, schnellere Spieler sehr gut und angelt sich viele Rebounds“, fasst Spradley seine Eindrücke zusammen. Auch die Knieverletzung sei kein Hindernis mehr. „Er hat hart gearbeitet, im Camp in Raleigh fünf Stunden täglich, davon mindestens eine im Kraftraum. Und zudem hat er vorher noch bei einem guten Athletik-Coach in Chicago viel für seine Fitness und sein Knie getan. In der vergangenen Saison hat er komplett durchgespielt und hatte auch keine Probleme mehr“, weiß der Coach.
Von der Einstellung her vergleicht Spradley seinen Neuen mit Publikumsliebling Torrell Martin. „Mike gibt wie Torrell nie auf. Sie sind beide kleine Kampfschweine, die viel Energie ins Team bringen“, sagt der Trainer.
Ab 8. August, dem ersten Trainingstag für die neue Saison, muss Smith beweisen, ob er wirklich jener Spieler ist, den Doug Spradley gerne haben wollte. Dann zählen keine Videos und Statistiken mehr, dann wird es ernst.
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