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Die „magische Formel“ ergibt 58


Bremerhaven. Sein erstes Andenken an Bremerhaven hat Stanislav Fatyka, Neuzugang der Fischtown Pinguins, schon in der zweiten Woche bekommen: Eine genähte Lippe. Im Training bekam der Slowake einen abgefälschten Puck ins Gesicht. In der Saison sollen noch eine Menge Erinnerungen dazukommen – vor allem natürlich positive, zum Beispiel an schöne Siege mit den Pinguins. Von Lars Brockbalz


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Neun neue Spieler muss Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg (rechts) in seine Mannschaft einbauen (von links): Sam Verelst, Viktor Beck, Philipp Gunkel, Stanislav Fatyka, Jan Kopecky, Andrei Teljukin, Sebastian Staudt, Kevin Saurette und Mark Kosick. Foto eer

„Ist nicht so wild“, sagt Fatyka zu seiner Verletzung. „Das gehört beim Eishockey dazu. Wenigstens sind die Zähne noch drin.“ Einen Mundschutz trägt der Verteidiger nicht. Allerdings nicht, weil er so ein harter Hund ist, sondern weil er Pragmatiker ist: „Trifft dich ein Puck oder ein Ellenbogen mal richtig hart, ist ein Zahn weg. Trägst du einen Mundschutz, sind gleich alle Vorderzähne weg.“

Der Slowake Fatyka erzählt von dem Unfall in fast flüssigem Deutsch, und das obwohl er erst seit einem halben Jahr in Deutschland ist. Von Trencin Dukla ging er nach Freiburg, wo er den Pinguins-Verantwortlichen auffiel. Mit seiner Zweikampfstärke und seiner Passgenauigkeit. Offenbar ist Fatyka zudem ein fleißiger Typ, wie seine rasanten Fortschritte beim Deutschlernen beweisen.

Erst mit 32 Jahren wagte er den Sprung aus der Heimat in ein neues Eishockey-Land. Dabei ist „Stano“ Fatyka keineswegs einer, den schnell das Heimweh plagt. Sein größtes Hobby ist das Reisen. Wo es bisher am schönsten war? „Schwer zu sagen, wir haben so viele schöne Orte kennengelernt. Mallorca ist großartig, die türkische und französische Riviera auch. Ganz toll war auch Calgary.“ Dort spiele er mit der slowakischen U20-Nationalmannschaft. Ein unvergessliches Erlebnis, wie er sagt.

Fatyka begann seine Karriere in Bratislava in der Zweiten Liga, es folgten elf Spielzeiten in der slowakischen Extraliga. Bis er bei Dukla Trencin einem Verjüngungskurs zum Opfer fiel und von den Freiburger Wölfen verpflichtet wurde. Er wurde also quasi zu seinem Glück gezwungen, denn als Glück empfand er seinen Wechsel nach Deutschland auf jeden Fall. „Es ist fantastisch hier. Alles ist so gut organisiert und geregelt. Ich möchte meine Karriere gerne in Deutschland beenden. Meine Frau und ich haben schon darüber geredet, auch nach der Karriere in Deutschland zu bleiben.“

In Bremerhaven hat er sich bereits umgeschaut. Mit seiner Frau Miroslava und dem 16 Monate alten Sohn Niko (benannt nach dem finnischen Eishockey-Star Niko Kapanen) hat er sich den Zoo angesehen, auch im Hafen und im Klimahaus war er schon. „Bremerhaven ist viel größer, als ich gedacht habe. Und trotzdem gibt es nur wenig Hochhäuser. Das gefällt mir“, sagt Fatyka, der ein ausgesprochener Familienmensch ist. Das beweist nicht zuletzt seine Rückennummer, die 58. „Mein Geburtstag ist der 5. 9., der meiner Frau ist am 14. 5. und Niko ist am 21. 4. geboren. 5+9+14+5+21+4 macht 58“, erläutert Fatyka seine „magische Formel“, durch die er seine Familie bei jedem Spiel dabei hat.

Seine Erfolgsformel für die Fischtown Pinguins heißt Offensive. „Da haben wir großes Potenzial. Ich denke, die Fans werden viele Tore sehen.“

Linksschütze Fatyka wird zwar immer als defensiver Verteidiger beschrieben, er selbst sieht sich aber gar nicht so. „In der Slowakei wird viel Wert auf Taktik gelegt. Da musste ich sehr defensiv spielen. Ich spiele aber lieber offensiv.“ Ob er das in Bremerhaven kann, hängt natürlich auch vom Partner ab. Zunächst trainierte er mit Andrei Teljukin, zuletzt mit Felix Thomas.

Mit acht Toren und elf Vorlagen in 32 Spielen für Freiburg hat Fatyka durchaus bewiesen, dass er ein Punktesammler sein kann. Und mit jedem Treffer, den er selbst beisteuert, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er außer einer kaputten Lippe auch einen Titel als Andenken an Bremerhaven sammeln kann: „Wir haben Spieler aus vielen Nationen und eine gute Mischung vom Alter her – wir werden eine gute Saison spielen“, verspricht Fatyka.

Neu bei den Pinguins

In unserer Serie stellen wir am Dienstag Philipp Gunkel vor.

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Neuzugang Stanislav Fatyka gilt als defensivstarker Verteidiger – dabei sieht er sich selbst durchaus auch als Punktesammler.
Artikel vom 22.08.11 - 06:00 Uhr
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