Nicht, dass die Pinguins im Angriff mit vier Verletzten schon genug vom Pech gebeutelt sind. In Garmisch fiel auch noch Chris Stanley aus, der zwar mitgefahren war, aber schon vor dem Aufwärmen mit Leistenproblemen passen musste. Wahrscheinlich wird er auch am Dienstag im Heimspiel gegen die Eispiraten Crimmitschau fehlen.
Nach Marian Dejdar und Carsten Gosdeck fiel mit dem Kapitän der dritte Stürmer aus, der für mehr als 20 Saisontreffer gut ist. Trotzdem schossen die Pinguins in den beiden Spielen vom Wochenende zwölf Tore. Da muss man den Hut ziehen.
Umso mehr, weil das Spiel am Fuß der Zugspitze auch noch denkbar ungünstig begann. Die Gastgeber gingen durch Tyson Marsh (8.) und Lubor Dibelka (11.) früh mit 2:0 in Führung. „Am Anfang waren wir viel zu passiv. Der Ausfall von Stanley hat Spuren hinterlassen“, sagte Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg.
Bei beiden Gegentoren sah Pinguins-Torhüter Sebastian Staudt schlecht aus, er bekam den Puck jeweils durch die Schoner. Leidborg brachte Marko Suvelo an seiner Stelle und setzte damit offenbar das Signal, das seine Spieler brauchten. „Es war nicht Staudts bester Tag. Und es bringt nichts, einen Torhüter aus Mitleid weiterspielen zu lassen“, begründete der Trainer den frühen Wechsel.
Kevin Saurette, der mit den Janzen-Brüdern eine ganz starke Sturmreihe bildete, erzielte in der 14. Minute den Anschlusstreffer. Überhaupt waren den Pinguins die zwangsweise nötigen Umstellungen nicht anzumerken. Auch die neue erste Sturmreihe mit Jan Kopecky, Mark Kosick und dem wie schon gegen Dresden überragenden Patrik Beck wirkte, als spiele sie schon ewig in dieser Formation zusammen.
So richtig ab gingen die Pinguins im Mittelabschnitt. Beck traf früh zum 2:2 (23.), nachdem ihn Kosick am langen Pfosten freigespielt hatte. Das 3:2 (28.) durch Justin Zilla bremste den Elan der Gäste, die schon am Vortag in die Alpen gereist waren, nicht. Mit drei Treffern in fünf Minuten pflückten sie sich das Edelweiß.
Erstaunlich war vor allem, dass die Pinguins gleich ihre ersten beiden Überzahlspiele in Tore ummünzten, obwohl drei gesetzte Powerplay-Spieler fehlten. Philipp Gunkel (31.) fälschte einen Schuss von Steve Slaton zum 3:3 ab, im nächsten Überzahlspiel sorgte Beck (33.) mit seinem vierten Tor im fünften Spiel für die Pinguins erstmals für die Führung. Keine drei Minuten später war es dann Mark Kosick, der auf 5:3 (36.) erhöhte. „Bremerhaven war abgezockter als wir“, urteilte Riessersees Trainer Zdenek Travnicek und meinte damit wahrscheinlich diese spielentscheidende Phase.
In den ersten fünf Minuten des Schlussdrittels versuchten die Gastgeber, dem Spiel noch eine Wende zu geben. Sie machten Druck und erarbeiteten sich Chancen, die jedoch verpufften. Mit zunehmender Spielzeit bekamen die Pinguins dann alles in den Griff und brachten den überraschenden Sieg nach Hause. Ales Kreuzer setzte dem Spiel mit seinem 6:3 (56.) sogar noch das Sahnehäubchen auf. (ber/lb)
Riessersee – Pinguins 3:6 (2:1, 1:4, 0:1)
Pinguins: Tor: Staudt (ab 12. Suvelo); Abwehr: Teljukin, Fatyka – Hucko, Slaton – Janke, Willaschek – Thomas; Angriff: P. Beck, Kosick, Kopecky – S. Janzen, A. Janzen, Saurette – Verelst, Gunkel, Kreuzer.
Tore: 1:0 (7:21) Marsh (Vollmer) bei 5/4; 2:0 (10:47) Dibelka (ohne Assist); 2:1 (13:47) Saurette (S. Janzen, Slaton); 2:2 (22:20) P. Beck (Kosick, Kopecky); 3:2 (27:25) Zilla (Richter); 3:3 (30:27) Gunkel (Slaton, Saurette) bei 5/4; 3:4 (32:57) P. Beck (Kosick, Kopecky) bei 5/4; 3:5 (35:13) Kosick (P. Beck, Kopecky); 3:6 (55:52) Kreuzer (ohne Assist)
Strafzeiten: Riessersee: 10 Minuten – Pinguins: 16 Minuten
Schiedsrichter: Gastschiedsrichter – Zuschauer: 1044
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