
Den Schweden störte gar nicht so sehr die Niederlage an sich, sondern vor allem die Art: „So kenne ich meine Mannschaft nicht. Ich bin es nicht gewohnt, dass sie sich so schlecht verkauft. Ohne Mumm, ohne Laufbereitschaft, ohne Kampfbereitschaft.“
Die Pinguins versuchten, den Spielaufbau der Gäste früh zu stören, die lösten sich aber immer wieder mit guten Kombinationen aus der Bedrängnis und hatten dann im Pinguins-Drittel Platz für ihr Passspiel. Die Angreifer hatten es leicht, weil sie viel Raum hatten. „Wir haben ohne Biss gespielt, mit 70 Prozent Einsatz. Wir laufen hin, tun aber keinem weh“, sagte Leidborg. Dass eine Mannschaft zu Hause derartig der Musik hinterherläuft wie am Freitag die Pinguins und trotzdem so brav weiterspielt, dass sie keine einzige Strafzeit kassiert, dürfte ziemlich einmalig sein.
Waren die Pinguins im Angriff, schleppten sie den Puck meist durch die neutrale Zone und mussten ihn dann unter Bedrängnis in die Ecken spielen. Damit reißt man eine sichere Abwehr nur schwerlich auf, und das ist auch nicht das Spiel, das die Pinguins in den ersten Spielen ausgezeichnet hat. So blieben Chancen meist Zufallsprodukte, auch weil die vielen Umstellungen dem Pinguins-Spiel nicht guttaten. Leidborg hatte drei neue Außenstürmer-Paare gebildet, zusätzlich rotierten drei Mittelstürmer in vier Reihen. So standen immer mal wieder drei Stürmer auf dem Eis, die so nicht eingespielt sind.
Fast hätte Carsten Gosdeck bei seinem Comeback nach sieben Wochen Verletzungspause gleich bei seinem ersten Wechsel das 1:0 gemacht. Doch er scheiterte an Gäste-Torhüter Todd Ford (4.). Auf der anderen Seite ließen die Falken die Pinguins-Abwehr zweimal ganz schlecht aussehen. Fabio Carciola musste bei seinen beiden Toren jeweils weniger als eine Meter Distanz überwinden. Beim 1:0 (7.) spielte ihn Michail Kozhevnikov am langen Pfosten so an, dass er nur noch die Kelle hinhalten musste. Kein Gegenspieler war in der Nähe, und Torhüter Marko Suvelo hätte die Scheibe durchaus mit dem Schläger blocken können. Beim 2:0 (9.) servierte Francis Lemieux, der überragend spielte, genauso maßgerecht für Carciola. Das war viel zu einfach.
Mit einem Torwartwechsel wollte Leidborg seiner Mannschaft neues Leben einhauchen. Sebastian Staudt stand ab dem zweiten Drittel im Tor. Zunächst aber blieben die Falken bestimmend, die Pinguins konnten selten sicher hinten rausspielen. Ein Fehler von Felix Thomas, der am Puck vorbeischlug, ermöglichte Fabio Carciola nach Doppelpass mit Lemieux sein drittes Tor (25.). Erst eine tolle Einzelaktion von Andrei Teljukin weckte die Lebensgeister der Pinguins. Nach seinem Solo durch die Mitte bediente er Philipp Gunkel, der zum 1:3 einschob (38.). Plötzlich ging etwas, die Falken kamen in den letzten zwei Minuten kaum mehr hinten raus. Chris Stanley und Dimitri Litesov hatten noch vor der zweiten Pause den Anschlusstreffer auf der Kelle. „Das war für mich ein Schlüsselmoment, dass wir es geschafft haben, diese zwei Minuten ohne ein weiteres Gegentor zu überstehen“, urteilte Gäste-Trainer Rico Rossi.
Pinguins – Heilbronner Falken 1:4 (0:2, 1:1, 0:1)
Pinguins: Tor: Suvelo (ab 21. Staudt); Abwehr: Thomas, Fatyka – Hucko, Slaton – Teljukin, Janke – Willaschek; Angriff: Dejdar, Stanley, Saurette – Kreuzer, Gunkel, Kopecky – Sergej Janzen, Alexander Janzen, Litesov – Gosdeck, Verelst.
Tore: 0:1 (6:25) Fabio Carciola (Kozhevnikov, Léveillé); 0:2 (8:41) Fabio Carciola (Lemieux, Marshall); 0:3 (25:44) Fabio Carciola (Lemieux, Léveillé); 1:3 (37:39) Gunkel (Teljukin); 1:4 (50:28) Calce (Gelke, Urquhart)
Strafzeiten: Pinguins: keine Strafzeit – Falken: 2 Minuten
Schiedsrichter: Sven Fischer (Hamburg) – Zuschauer: 2317
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