
Eines ist mit dem Sieg vom Sonntag sicher: Die Fans können die Pinguins noch mindestens einmal in der Eisarena bejubeln. Egal, ob es heute Abend 2:2 oder 1:3 steht, am Freitag um 20 Uhr findet Spiel fünf in Bremerhaven statt.
Am Sonntag traten die Pinguins ganz anders auf als beim ersten Viertelfinal-Heimspiel, das 0:3 verloren ging. Sie waren laufstärker, kampfstärker, willensstärker. Kurzum: Sie haben Playoff-Hockey gespielt. „Bei der ersten Partie waren wir emotional nicht auf dem richtigen Weg. In Dresden war es besser, aber da hatten wir Pech. Jetzt sind wir drin in der Serie“, meinte Trainer Gunnar Leidborg.
Seine Mannschaft hielt das Tempo hoch, zwang Dresden zu vielen Fehlern und Fouls. Die Überzahl-Situationen wurden gnadenlos genutzt. Alle sechs Tore fielen auf diese Art, auch wenn das letzte offiziell ein Tor bei Gleichzahl war. Die Strafzeit für die Eislöwen war gerade beendet, die Pinguins standen noch in Powerplay-Formation.
Die vielen Überzahl-Situationen (insgesamt neun) hatten einen nützlichen Nebeneffekt: Die Top-Reihe um Sami Kaartinen, Patrick Jarrett und Jan Zurek, die bei solchen Gelegenheiten ebenso wie bei Überzahl aufs Eis muss, wurde immer müder. Da nur ein Tag zwischen den beiden Spielen liegt, könnte das für die Pinguins ein Vorteil sein, denn die verteilen die Last besser.
Allerdings sind die Pinguins heute geschwächt. Chris Leinweber fällt mit Gehirnerschütterung aus. Marc St. Jean hatte nach einer Prügelei noch auf den Hinterkopf des Pinguins-Verteidiger eingeschlagen, als der schon wehrlos am Boden lag. „Das ist ein Skandal, dass man durch so etwas noch einen Vorteil hat. Leinweber fällt aus und St. Jean bekommt eine Spieldauer-Strafe und kann wieder spielen“, ärgert sich Leidborg. Auch Alexander Janzen verletzte sich, als er einen Schlag auf die Hand bekam. Sein Einsatz ist noch fraglich.
Teilweise war es schmutzig, was die Eislöwen machten. Vor allem St. Jean fiel negativ auf. Einmal zettelte er eine unnötige Schlägerei mit Chris Stanley an, ein anderes Mal schlug er Gerrit Fauser den Ellenbogen ins Gesicht, ohne dass der Schiedrichter das ahndete. Die Pinguins haben sich davon nicht einschüchtern lassen, wie Stürmer Dimitri Litesov meinte: „Das ist Playoff-Eishockey, damit muss man klarkommen.“ (lb)
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