
Bis acht Minuten vor Schluss stand es 2:2, und das Spiel schleppte sich zäh dahin, als die Pinguins eine doppelte Überzahl bekamen, in der Andrej Teljukin das 3:2 erzielte. Bei der anschließenden einfachen Überzahl machte Patrik Beck den Sack dann zu. Vor dem Spiel in Rosenheim am Sonntag klettern die Pinguins damit auf Platz drei.
Bei den Ravensburgern fehlten durch Verletzungen zu viele Puzzleteilchen, um ein ähnlich gutes Bild abzugeben wie in der vergangenen Saison, als sie Meister wurden. Die Pinguins spielten besser, als bei den jüngsten Niederlagen, aber lange noch nicht so gut, wie sie können. „Je länger das Spiel dauerte, desto mehr Scheibenbesitz hatten wir“, sagte Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg. „Aber hundertprozentig zufrieden bin ich nicht. Einige müssen noch einen Schritt mehr gehen. Wir haben zu wenige, die den Zug ziehen und zu viele, die nur mitfahren.“
Für das fahrige Spiel seiner Mannschaft machte der Pinguins-Trainer auch das schlechte Eis verantwortlich, über das er sich schon seit Monaten ärgere. „Die Scheibe verspringt andauernd auf dem schlechten Eis. Es ist, als ob Bayern München und Borussia Dortmund auf einem Acker in Spaden spielen müssten.“
Das Spiel begann mit zwei Wachmachern. Die Gäste hatten eine ganz frühe Überzahlsituation, in der sie nach einer Minute Dauer-Druck in Führung gingen. Christopher Oravec stand am langen Pfosten frei, und er hatte es nicht allzu schwer, das 1:0 (3.) zu erzielen, weil Pinguins-Torhüter Marko Suvelo sich viel zu früh quer aufs Eis gelegt hatte. Doch schon im nächsten Angriff fiel der Ausgleich. Sam Verelst eroberte die Scheibe durch gutes Forechecking, Ales Kreuzer traf nur 14 Sekunden nach dem Rückstand zum 1:1.
Ein toller Einsatz von Kapitän Chris Stanley brachte die Führung (15.). Er legte für Kevin Saurette auf, der bei seinem vierten Saisontor ins leere Tor einschießen konnte. Leidborgs Idee, dass der Stürmer von seinen neuen Mitspielern in der ersten Reihe profitieren soll, ging auf. So hätte es locker weitergehen können, doch irgendwas scheint mit dem Pausentee der Pinguins nicht zu stimmen. Offenbar wird Beruhigungstee ausgeschenkt, denn wie schon am letzten Freitag kamen sie völlig schläfrig aus der Kabine.
Die nächsten zehn Minuten gehörten nur den Towerstars. Marko Friedrich nutzte eine unübersichtliche Situation vor dem Pinguins-Tor zum 2:2 (23.), danach hatten die Gastgeber zweimal riesiges Glück, als Tom-Patric Kimmel beste Gelegenheiten vergab. Nach rund zehn Minuten im Mittelabschnitt ließ die Wirkung des Tees endlich nach. Die Pinguins bedrängten das Tor der Gäste, setzten sich mehrere Minuten lang fest und hatten gute Chancen durch Kreuzer, Verelst und Philipp Gunkel. Die erneute Führung hätte spätestens Mark Kosick (33.) machen müssen, doch er vergab nach schönem Pass von Jan Kopecky. Auf der anderen Seite gab es noch einen Aufreger, als Tobias Samendinger frei auf Suvelo zufuhr. Doch der machte seinen Patzer vom ersten Tor zum wiederholten Mal gut. Sehr quälend zog sich das letzte Drittel hin. Ravensburg fehlte die Kraft, die Pinguins waren sehr viel im Angriff, nur klare Chancen erspielten sie sich nicht.
Drei Strafzeiten hintereinander verhalfen ihnen dann zum Sieg. 44 Sekunden doppelte Überzahl brachten das 3:2 (53.) durch einen „Hammer“ von Teljukin unter die Latte. Als die Gäste wieder zu viert waren, legte der erneut emsige Neuzugang Beck mit seinem ersten Treffer im zweiten Spiel das 4:2 (54.) nach.
Als die Ravensburger noch eine Überzahl-Situation hatten und zusätzlich den Torhüter rausnahmen, wäre es fast nochmal spannend geworden. Doch Suvelo machte in zwei Minuten ein halbes Dutzend Chancen zunichte, vor allem ein grandioser „Save“ gegen Frederic Cabana brachte die 2200 Fans zum Jubeln.
Pinguins – Ravensburg 4:2 (2:1, 0:1, 0:2)
Pinguins: Tor: Suvelo (Staudt); Abwehr: Teljukin, Fatyka – Hucko, Slaton – Janke, Willaschek; Angriff: Dejdar, Stanley, Saurette – P. Beck, Kosick, Kopecky – S. Janzen, A. Janzen, Thomas – Verelst, Gunkel, Kreuzer.
Tore: 0:1 (2:24) Oravec (Wren, Cabana) bei 5/4; 1:1 (2:38) Kreuzer (Verelst); 2:1 (14:02) Saurette (Dejdar, Stanley); 2:2 (23:11) Friedrich (Miller, Vogt); 3:2 (52:43) Teljukin (Hucko, Dejdar) bei 5/3; 4:2 (53:06) P. Beck (Kosick, Saurette).
Strafzeiten: Pinguins: 8 Minuten – 12 Minuten
Schiedsrichter: Stefan Franz (Bergisch Gladbach) – Zuschauer: 2234
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