
„Ich finde das echt witzig. Das Plakat hängt sogar bei uns in der Geschäftsstelle“, erzählt Schwethelm, der am Sonnabend in Bremen erstmals im Bayern-Trikot auf seinen ehemaligen Club treffen wird. Den Sieg an der Humorfront gönnt der 22-Jährige den Eisbären – mehr aber auch nicht. „Wir werden die Punkte mitnehmen, und unsere Lederhosen behalten wir auch an“, macht Schwethelm eine klare Ansage.
Auswärts läuft es beim Münchener Starensemble noch nicht. Den Niederlagen in Bonn, Oldenburg und Quakenbrück steht erst ein Sieg in Göttingen gegenüber. „Das ist ein ganz wichtiges Spiel für uns. Wir wollen endlich auswärts eine Topmannschaft schlagen“, sagt Schwethelm. Schmeichelei ist es nicht, warum der Flügelspieler die Eisbären in die Kategorie der Topmannschaften einordnet. „Ich denke, die Eisbären werden immer noch unterschätzt. Aber die Erfolge der vergangenen Jahre sprechen für sich“, betont Schwethelm, der seinem früheren Team den Einzug in die Playoffs zutraut.
Bayern-Trainer Dirk Bauermann und Sportdirektor Marko Pesic haben im Sommer nur vom Feinsten eingekauft. Neben Schwethelm entschieden sich seine Nationalmannschafts-Kollegen Robin Benzing und Jan Jagla sowie ausländische Topspieler wie Je’Kel Foster, Chevon Troutman und Jared Homan für den Wechsel an die Isar. Mit dieser Konkurrenzsituation hat Schwethelm umzugehen gelernt: „Hier können alle in der ersten Fünf spielen. Das ist der Preis, wenn man bei so einem Klub unter Vertrag steht.“
Nach der Europameisterschaft in Litauen hatte Schwethelm Mühe, in der Liga seine Form zu finden. Mit im Schnitt 6,5 Punkten und 3,6 Rebounds pro Spiel bleiben seine Statistiken zurzeit hinter den Eisbären-Werten zurück. Kein Grund zur Beunruhigung, findet der 22-Jährige: „Anlaufschwierigkeiten hatte ich auch in Bremerhaven. Ich weiß, was ich kann und werde das auch zeigen.“ Ein erster Schritt waren die 15 Punkte, die Schwethelm jüngst beim 89:53-Sieg gegen Gießen auflegte – ohne Fehlwurf aus dem Feld oder von der Freiwurflinie.
Kontakt hält Schwethelm mit seinen ehemaligen Mitspielern Martin und Jamison Brewer sowie mit Chris McNaughton, der im Sommer zu den Eisbären gewechselt ist. Vor dem Wiedersehen ist allerdings Funkstille angesagt. „Darauf habe ich in dieser Woche bewusst verzichtet“, sagt der Ex-Eisbär.
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