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Die Lederhose behält er an


Bremerhaven. Für einen Spaß ist Philipp Schwethelm immer zu haben – selbst wenn er sich gegen seinen Arbeitgeber richtet. Dass die Eisbären Bremerhaven mit einem Plakat für den Basketball-Schlager gegen Bayern München am Sonnabend (20.05 Uhr, ÖVB-Arena) werben, auf dem Torrell Martin herzhaft in eine Lederhose beißt, ist ganz nach dem Geschmack des Nationalspielers. Von Dietmar Rose


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Der Wunsch, jedes Jahr um die Meisterschaft mitzuspielen , war einer der Gründe für Philipp Schwethelms Wechsel von den Eisbären zu Bayern München. Am Sonnabend gibt es in Bremen ein Wiedersehen. Foto Imago

„Ich finde das echt witzig. Das Plakat hängt sogar bei uns in der Geschäftsstelle“, erzählt Schwethelm, der am Sonnabend in Bremen erstmals im Bayern-Trikot auf seinen ehemaligen Club treffen wird. Den Sieg an der Humorfront gönnt der 22-Jährige den Eisbären – mehr aber auch nicht. „Wir werden die Punkte mitnehmen, und unsere Lederhosen behalten wir auch an“, macht Schwethelm eine klare Ansage.

Auswärts läuft es beim Münchener Starensemble noch nicht. Den Niederlagen in Bonn, Oldenburg und Quakenbrück steht erst ein Sieg in Göttingen gegenüber. „Das ist ein ganz wichtiges Spiel für uns. Wir wollen endlich auswärts eine Topmannschaft schlagen“, sagt Schwethelm. Schmeichelei ist es nicht, warum der Flügelspieler die Eisbären in die Kategorie der Topmannschaften einordnet. „Ich denke, die Eisbären werden immer noch unterschätzt. Aber die Erfolge der vergangenen Jahre sprechen für sich“, betont Schwethelm, der seinem früheren Team den Einzug in die Playoffs zutraut.

Eurocup-Einsätze locken

Nur um den Einzug in die Playoffs zu spielen, war Schwethelm, der im Sommer 2009 von den insolventen Köln 99ers in die Seestadt gewechselt war, auf Dauer nicht mehr genug. „Mein Ziel ist es, jedes Jahr um die Meisterschaft mitzuspielen“, erklärt Schwethelm seinen Wechsel zum BBL-Aufsteiger. Ein weiterer Grund – neben dem stattlichen Salär, das die Bayern zahlen – sei die Aussicht auf internationale Einsätze gewesen. „Das ist so, als ob man jede Woche gegen Alba Berlin oder Bamberg spielen würde“, schwärmt der Dreierspezialist von den Begegnungen im Eurocup. Nach der 60:72-Heimniederlage am Dienstag gegen Spartak St. Petersburg stehen die Bayern in diesem Wettbewerb allerdings kurz vor dem Ausscheiden.

Bayern-Trainer Dirk Bauermann und Sportdirektor Marko Pesic haben im Sommer nur vom Feinsten eingekauft. Neben Schwethelm entschieden sich seine Nationalmannschafts-Kollegen Robin Benzing und Jan Jagla sowie ausländische Topspieler wie Je’Kel Foster, Chevon Troutman und Jared Homan für den Wechsel an die Isar. Mit dieser Konkurrenzsituation hat Schwethelm umzugehen gelernt: „Hier können alle in der ersten Fünf spielen. Das ist der Preis, wenn man bei so einem Klub unter Vertrag steht.“

Nach der Europameisterschaft in Litauen hatte Schwethelm Mühe, in der Liga seine Form zu finden. Mit im Schnitt 6,5 Punkten und 3,6 Rebounds pro Spiel bleiben seine Statistiken zurzeit hinter den Eisbären-Werten zurück. Kein Grund zur Beunruhigung, findet der 22-Jährige: „Anlaufschwierigkeiten hatte ich auch in Bremerhaven. Ich weiß, was ich kann und werde das auch zeigen.“ Ein erster Schritt waren die 15 Punkte, die Schwethelm jüngst beim 89:53-Sieg gegen Gießen auflegte – ohne Fehlwurf aus dem Feld oder von der Freiwurflinie.

Kontakt hält Schwethelm mit seinen ehemaligen Mitspielern Martin und Jamison Brewer sowie mit Chris McNaughton, der im Sommer zu den Eisbären gewechselt ist. Vor dem Wiedersehen ist allerdings Funkstille angesagt. „Darauf habe ich in dieser Woche bewusst verzichtet“, sagt der Ex-Eisbär.

8500 Tickets verkauft

Das Gastspiel der Bayern-Basketballer am Sonnabend in der Bremer ÖVB-Arena entwickelt sich zum Kassenschlager. Die Eisbären haben bereits mehr als 8500 Tickets absetzen können, in der Halle finden knapp 10 000 Zuschauer Platz. Eintrittskarten für das Spiel, das vom Fernsehsender Sport1 live übertragen wird, sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Internet unter www.DieEisbaeren.de erhältlich. Als Event-Sponsor haben die Eisbären den lokalen Energieversorger SWB ins Boot geholt, der unter anderem Gewinnspiele anbieten wird.

Artikel vom 08.12.11 - 07:00 Uhr
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