
Als „Brecheisen“ betätigten sich gestern die „Sputniks“, die an vier Toren beteiligt waren. Alexander Janzen traf ein Mal, sein Bruder Sergej zwei Mal. Die anderen Treffer steuerten Justin Kurtz und Chris Leinweber bei. „Was mich sehr freut ist, dass wir im Moment viele Tore machen und dass alle Reihen bei uns gefährlich sind und nicht nur eine oder zwei“, zollte Pinguins-Trainer den „Sputniks“ großes Lob.
Den Weg in die Playoffs haben sich die Pinguins selbst geebnet. Wer in der entscheidenden Saisonphase kurz hintereinander Heilbronn, Landshut, Schwenningen und Rosenheim schlägt, hat verdient, dass er da oben steht.
Der Druck, gewinnen zu müssen um noch eine realistische Chance auf Platz sechs zu haben, lastete zu schwer auf den Schultern der Rosenheimer. Sie liefen zu Beginn nur hinterher, eigener Spielaufbau war kaum möglich. Die Pinguins zeigten dagegen, wie leicht Eishockey sein kann, wenn es läuft. Schon in der 2. Minute konnte sich Vitalij Janke die Ecke aussuchen, doch er scheiterte an Gäste-Torhüter Norm Maracle. Sergej Janzen machte es in der 3. Minute besser, als er einen Abpraller von der Torbande zum 1:0 versenkte. Der Schwung der Pinguins hielt an, das 2:0 (13.) war ein Beweis für den absoluten Willen, dieses Spiel zu gewinnen. Zweimal fingen die Pinguins den Befreiungs-Versuch der Gäste aus dem Abwehrdrittel ab, die Scheibe kam über Dimitri Litesov und Alex Janzen vors Tor, wo Justin Kurtz dankbarer Abnehmer war.
Ein wenig konnten sich die Starbulls nun befreien, die einzige große Chance war aber ein Schuss von Florian Zeller (17.), den Marko Suvelo parierte. Vier Sekunden vor der Drittelsirene gelang den Pinguins gar noch das 3:0, als Sergej Janzen seinen Bruder Alexander am langen Pfosten sauber anspielte und der versenkte. „Wir haben zu Beginn genau die Fehler gemacht, die wir unbedingt vermeiden wollten“, sagte Starbulls-Trainer Franz Steer.
Die Gäste ergaben sich trotz des klaren Spielstandes nicht, die ersten Minuten des Mittelabschnitts gehörten ihnen und Suvelo stand unter Druck. Wieder war es Zeller, der die größte Chance hatte als er den schon geschlagenen Suvelo anschoss, einmal klatschte die Scheibe noch an den Pfosten. „Es war etwas lauter in der Kabine und das hat wohl geholfen. In dieser Phase hätte das Spiel noch kippen können“, meinte Steer später. Gunnar Leidborg lobte Torhüter Suvelo dafür, dass er die Mannschaft in dieser Phase rettete.
Die Pinguins hatten aber auch ihre Chancen, die größte war ein Schuss an die Unterkante der Latte von Konstantin Firsanov. Nachdem Maracle danach gut gegen Carsten Gosdeck und Gerrit Fauser pariert hatte, war er kurz darauf zum vierten Mal geschlagen. Das Tor von Leinweber in der 28. Minute war ein „Sonntagsschuss“ in den Winkel. „Danach hatten wir wieder alles im Griff“, sagte Leidborg.
Bei einer sehr gut gespielten Powerplay-Situation hätten Ales Kreuzer und Gosdeck wenig später erhöhen können, doch es blieb beim 4:0. Die bis dahin einzige Überzahl-Situation der Gäste fünf Minuten vor Ende des Mittelabschnitts verpuffte dagegen wirkungslos. Im Gegenteil: eine schöne Kombination über Chris Stanley und Marian Dejdar hätte fast einen „Shorthander“ gebracht.
Nach zwei Dritteln war das Spiel entschieden, es folgte ein Schaulaufen mit leichtem Körperkontakt und dem fünften Pinguins-Treffer, erneut durch Sergej Janzen (52.). Die Pinguins haben mit dem Sieg die Playoffs so gut wie sicher, der nächste Schritt dorthin kann am Freitag beim „Abschiedsspiel“ aus dem alten Stadion gemacht werden.
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