
Bereits im Halbfinale gegen den Ligakonkurrenten Skyliners Frankfurt hatten die Eisbären ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Mit 85:75 wurde Playoff-Aspirant Frankfurt deutlich in die Schranken verwiesen. Auch das war nach den bisherigen Ergebnissen in der Vorbereitung nicht unbedingt zu erwarten.
„Ich bin absolut zufrieden. Seit den beiden Testspielen in den Niederlanden vor einer Woche haben wir deutlich zugelegt“, freute sich Eisbären-Trainer Doug Spradley über den Prestigeerfolg gegen Zagreb. Gleichzeitig trat er die Euphorie-Bremse. „Es ist immer schön, ein Turnier zu gewinnen. Aber es ist Vorbereitung und wir haben immer noch Luft nach oben“, möchte der Coach den Gewinn des Maritim-Cups nicht überbewerten.
Ähnlich sieht es Eisbären-Center Chris McNaughton, der sowohl gegen Frankfurt als auch gegen Zagreb zu den Bremerhavener Aktivposten zählte. „Man hat vor allem in der Verteidigung gemerkt, dass die Abstimmung untereinander immer besser wird. Die beiden Spiele hier in Bonn haben uns nach vorn gebracht“, sagte McNaughton.
Nach einer zaghaften Anfangsphase legten die Eisbären gegen Turnierfavorit KK Zagreb schnell ihren Respekt ab. Besonders der agile Jason Cain stellte die Verteidigung der groß gewachsenen Kroaten vor Probleme. 15 Punkte sammelte Cain in der ersten Viertelstunde, punktete sowohl am Brett als auch aus der Distanz. Die Eisbären waren zu diesem Zeitpunkt längst ebenbürtig. Wie gegen Frankfurt versuchten Terrell Everett und Jamison Brewer das Spiel schnell zu machen. Mit Erfolg. Nach drei Schnellangriffen von Anthony Smith und Terrell Everett führte Bremerhaven plötzlich mit 41:31.
Danach wurde es turbulent, denn die Nerven beim gegnerischen Trainer lagen blank. Gleich zwei technische Fouls kassierte KK-Coach Vladimir Androic wegen Meckerns. Den Eisbären war es recht. Die fälligen Freiwürfe münzten sie in eine komfortable 47:36-Pausenführung um.
Entschieden war das Finale aber nicht, denn die routinierten Kroaten starteten eine Aufholjagd. Das Spiel stand im dritten Viertel mehrfach auf der Kippe. Umso bemerkenswerter war das Comeback der Eisbären. Die Einwechslung von Jermain Raffington erwies sich im Schlussabschnitt als echter Glücksgriff. Der Neuzugang aus Göttingen raubte nicht nur Zagrebs Starcenter Mario Kasun den letzten Nerv, sondern setzte auch in der Offensive Impulse. Als Raffington auf 78:62 (35.) erhöhte, war der Sieg unter Dach und Fach. Kapitän Torrell Martin nahm dann die Trophäe entgegen. (ris)
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