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Die Eisbären sind am Ende ganz cool

Hagen. Das war cool. Mit einer bärenstarken Schlussphase haben die Eisbären Bremerhaven ihr Auswärtsspiel bei Phoenix Hagen am Sonntag mit 96:88 (46:49) gewonnen. Der vierte Auswärtssieg der laufenden Saison kam nicht zuletzt aufgrund einer tollen Teamleistung zustande. Gleich fünf Eisbären punkteten gegen die Feuervögel zweistellig. Anthony Smith, der 40 Minuten durchspielte, kam als Krönung auf ein Double Double (17 Punkte/10 Rebounds).

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In Halbzeit eins versemmelte Zachery Peacock reihenweise Freiwürfe, in der Schlussphase leitete er den starken Endspurt der Eisbären ein. Foto eer

Die Bären mussten in Hagen kurzfristig auf ihren Power Forward Jason Cain verzichten. Cain hatte sich beim Abschlusstraining eine Verletzung am Zeigefinger zugezogen und verfolgte das Spiel von der Mannschaftsbank aus. Er wird den Bremerhavenern voraussichtlich einige Zeit fehlen.

Während die Eisbären gehandicapt waren, traten die Hausherren mit den beiden Ex-Bremerhavenern Zygimantas Jonusas und Brandon Brooks in Bestbesetzung an. Jonusas, der drei Spielzeiten lang für die Eisbären am Ball war, lief schon vor Spielbeginn mit einer Dauergrinsen im Gesicht übers Parkett. Der Grund: In der Nacht zum Sonntag ist „Zygi“ zum zweiten Mal Vater geworden.

Die Anfangsphase gehörte den Gästen, die sich dank Top-Werfer Chris McNaughton (23 Punkte/9 Rebounds) und schneller Hände von Terrell Everett auf 11:5 absetzten. Drei Minuten später hatte sich das Blatt komplett gewendet. Hagen erhöhte den Druck und feuerte aus allen Rohren. Spielsysteme bei den Feuervögeln? Fehlanzeige. Aber wer trifft, hat bekanntlich Recht. Phoenix legte einen 13:0-Lauf zum 18:11 hin. Doug Spradley hatte vorerst genug gesehen.

„Wir haben die erste Halbzeit etwas verschlafen. Ich war mir jedoch sicher, dass wir das Spiel mit ein wenig mehr Intensität in der Verteidigung gewinnen können. Nach der Pause und besonders in der Schlussphase waren wir wesentlich präsenter, haben leichte Punkte erzielt und den Ball kontrolliert. Angesichts der Umstände bin ich hochzufrieden“, sagte Spradley.

Der Eisbären-Coach beorderte nach einer Auszeit Mike Smith und Jermain Raffington aufs Feld. Terrell Everett übernahm fortan den Spielaufbau, die Eisbären verkürzten bis zur 10. Minute auf 22:26. Schon zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste Foulprobleme. So musste Youngster Tony Canty in die Bresche springen. Nach einem 10:0-Lauf und Cantys Dreier zum 33:32 waren die Eisbären vorübergehend wieder im Geschäft. Größtes Manko aber blieb die schwache Freiwurfausbeute. Zachery Peacock ließ in der ersten Halbzeit sieben Punkte an der Linie liegen. Das war der Hauptgrund für den 46:49-Rückstand zur Pause.

Spradley dürfte angesichts des Zwischenstandes (wieder einmal) laut geworden sein. Denn Hagen hatte in vielen Szenen leichtes Spiel unter dem Eisbären-Korb.

Mit Beginn der zweiten Hälfte sollte sich das ändern. Die Eisbären gingen bissiger zu Werke und nutzen zwei Ballgewinne unter dem eigenen Korb zu einer 58:57-Führung. Weil der blendend aufgelegte Mike Smith sein viertes Foul kassierte, musste der ebenfalls foulbelastete Everett wieder ran. Es war ein Spiel mit dem Feuer, das sich jedoch auszahlte. Nach 30 Minuten führten die Gäste knapp mit 70:68.

Die 3102 Zuschauer in der Enervie Arena machten nun mächtig Rabatz. Die Stimmung war aufgeheizt, das Spiel stand auf des Messers Schneide. Doch die Eisbären behielten einen kühlen Kopf. Der bärenstarke McNaughton und Anthony Smith warfen eine 78:73-Führung heraus. Noch waren sechseinhalb Minuten zu spielen. Und die Eisbären hatten ein Problem namens Jonusas. Der frisch gebackene Papa hätte die Eisbären mit seinen Dreiern fast im Alleingang erlegt. Aber eben nur fast.

Denn in der Schlussphase spielte nur noch ein Team. Und das waren die Gäste. Dass ausgerechnet der Pechvogel der ersten Halbzeit, Zachery Peacock, den entscheidenden 13:5-Lauf einläutete, passte irgendwie ins Bild. Peacock & Co. hatten sich den am Ende ungefährdeten Sieg aufgrund einer herausragenden Leistung in den letzten zwei Minuten redlich verdient. (ris)


Artikel vom 09.01.12 - 07:00 Uhr
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