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Die Eisbären kämpfen vergebens


BREMERHAVEN. Kleinigkeiten waren es, die den Eisbären Bremerhaven gestern zum Sieg im ersten Spiel des neuen Jahres gefehlt haben. Im Nordderby der Basketball-Bundesliga unterlagen sie vor heimischer Kulisse den Baskets Oldenburg mit 89:97 (47:47) und versäumten es, sich für eine große kämpferische Leistung zu belohnen. Von Dietmar Rose


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Der Ex-Oldenburger Chris McNaughton behauptet gegen den Ex-Bremerhavener Adam Chubb den Ball – das Nordderby war nicht nur in dieser Szene eine attraktive Angelegenheit. Nur das Ergebnis am Ende passte den meisten der über 4000 Zuschauer nicht. Fotos eer

Um die Geschichte dieses intensiven Nordderbys zu erzählen, reicht ein Zeitungsartikel allein nicht aus. Die 4050 Zuschauer in der in dieser Saison erstmals ausverkauften Stadthalle durften sich bestens unterhalten fühlen, so viel wurde ihnen geboten.

Beide Mannschaften hatten ordentlich Zielwasser getrunken. Während die Eisbären 48 Prozent ihrer Wurfversuche zu Körben nutzten, kamen die Oldenburger auf eine Wurfquote von 55 Prozent. Das gefiel Eisbären-Trainer Doug Spradley gar nicht. „Ich freue mich, wenn die Zuschauer Spaß hatten, aber ich muss das als Trainer anders sehen. Wenn meine Mannschaft 97 Punkte kassiert, kann ich sie dafür nicht loben“, rückte Spradley die nachlässige Verteidigung seiner Mannschaft in den Mittelpunkt.

Erste Punkte durch Peacock

Die Eisbären fanden schwer ins Spiel. Zachery Peacock sorgte nach mehr als drei Minuten für die ersten Punkte der Gastgeber – da lagen die Oldenburger bereits mit 7:0 vorne (4.). Als kurz darauf Bobby Brown mit einem Dreier auf 11:2 erhöhte, nahm Spradley seine erste Auszeit.

Aus der kehrten seine Schützlinge zunächst schläfrig zurück, der Rückstand wuchs sogar auf elf Zähler an (4:15, 6.). Doch dann war es Alex Gordon, der sein Team mit erfolgreichen Dreiern wiederbelebte. Der Spielmacher netzte zweimal aus der Distanz ein, auch Anthony Smith traf aus der Ferne – nach einem 13:4-Lauf lagen die Eisbären nur noch zwei Punkte hinten (17:19, 8.). Oldenburg wankte, rettete aber eine 24:22-Führung ins zweite Viertel.

Es war jetzt ein Spiel auf Augenhöhe, in dem beide Mannschaften ein Offensivfeuerwerk abbrannten, wobei die Arbeit in der Verteidigung auf beiden Seiten arg vernachlässigt wurde. Unter dem eigenen Korb leisteten sich die Eisbären zu viele Fehler, was Spradley nach dem Spiel bemängelte: „Wir haben in der ersten Halbzeit sieben Offensivrebounds zugelassen, aus denen sechs Korbleger resultierten.“

Ronald Burrell und der überragende Ex-Eisbär Adam Chubb, dem mit elf Rebounds und 19 Punkten ein Double-Double glückte, zogen immer wieder Kapital aus den Schwächen der Gastgeber. Auch Baskets-Spielmacher Brown durfte zu oft ohne Gegenwehr zum Korb ziehen.

Mike Smith immer stärker

Da sich aber auch die Oldenburger in der Verteidigung nicht gerade mit Ruhm bekleckerten, blieb es bis zur Halbzeit (47:47) ein ausgeglichenes Spiel. Daran hatte auch Mike Smith seinen Anteil, der immer stärker werdende Rookie warf im zweiten Viertel allein zwölf seiner insgesamt 17 Punkte.

Erst im dritten Viertel sah es so aus, als ob die Gäste davonziehen könnten. Mit einem 10:0-Lauf machten sie aus einem 51:55-Rückstand innerhalb von zwei Minuten eine 61:55-Führung (25.). Die Eisbären haderten in dieser Phase mit dem Schiedsrichter-Trio, besannen sich dann aber auf ihre Stärken und kämpften sich wieder heran.

Mit seinem siebten Dreier sorgte Gordon mit ablaufender Uhr für den 75:75-Ausgleich nach dem dritten Viertel (30.). Über diese Szene echauffierte sich Baskets-Trainer Predrag Krunic so, dass die Unparteiischen ein technisches Foul gegen ihn verhängten.

In der Schlussphase merkte man den Eisbären, bei denen Chris McNaughton, Peacock und Gordon jeweils mit vier Fouls belastet waren, den Kräfteverschleiß der vergangenen Tage an. Beim Stand von 85:83 lag das Spradley-Team letztmals in Führung (35.).

Oldenburg spielte jetzt seine Routine aus und nutzte die Fehler der Eisbären eiskalt. Nach einem Missverständnis beim Einwurf kamen die Gäste per Fastbreak durch Kenny Hasbrouck zum 89:85 (37.). Dann nahm Peacock einen schwierigen Dreier aus der Ecke und traf nicht. Kurz darauf ließ Peacock einen Rebound durch die Hände gleiten, auf der Gegenseite traf Hasbrouck 44 Sekunden vor Schluss zum 94:87 – das Spiel war gelaufen.

Artikel vom 03.01.12 - 12:00 Uhr
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