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Die Eisbären brechen ein

bamberg. Drei Viertel lang hielt Basketball-Bundesligist Eisbären Bremerhaven am Sonntag beim deutschen Meister Brose Baskets Bamberg recht ordentlich mit. Im letzten Viertel brachen dann allerdings alle Dämme. Mit 9:28 gaben die Mannen von Cheftrainer Doug Spradley die letzten zehn Minuten ab, am Ende gab es eine klare 58:90 (28:39)-Niederlage im Frankenland.

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Tadellos warf Mike Smith in Bamberg von der Freiwurflinie: Sechs Würfe, sechs Treffer. Der Amerikaner war bei der klaren Niederlage mit 19 Punkten bester Werfer der Bremerhavener. Foto Eibner

Einer aus dem Bamberger Star-Ensemble war besonders heiß: Marcus Slaughter. Der wollte es seinem Ex-Arbeitgeber beweisen. Mit 21 Punkten war der Amerikaner, der in der Saison 2008/09 nach der berühmt-berüchtigten „Currywurst-Affäre“ seinen Hut in Bremerhaven nehmen musste, der beste Werfer der Partie. Mit welchen Emotionen der 26-Jährige bei der Sache war, zeigt, dass er in der sechsten Minuten sogar ein technisches Foul kassierte.

Nach der Pleite und dem fast sicheren Aus in der Europaleague am vergangenen Donnerstag gegen Zalgiris Kaunas brauchten die Gastgeber lange, um ins Spiel zu finden. Die Eisbären hielten lange gut mit und lagen zeitweise sogar vorn.

Neben Slaughter spielte Kraftpaket Anthony Tucker besonders effektiv. Der 1,96 Meter lange Flügelspieler legte ein Double-Double hin (16 Punkte/10 Rebounds). Ebenfalls zweistellig punkteten Julius Jenkins (16) und Casey Jacobsen (11) beim Meister.

Beim 37:41 (23.) waren die Eisbären noch dran. Dann markierte Jacobsen neun Punkte in Folge. Zunächst traf er zwei Dreier, dann wurde er von Mike Smith beim Korbleger gefoult und nutzte dies zu einem Drei-Punkt-Spiel zum 50:41. Brian Roberts legte zwei Punkte nach, Spradley nahm eine Auszeit (25.). Die Eisbären kamen noch einmal auf neun Punkte heran, nach Tuckers Dreier fast mit der Sirene hieß es 49:62 nach 30 Minuten. Damit war die Partie entschieden, im letzten Abschnitt spielte Bamberg die Gäste an die Wand.

Brewer spielt nur wenig

Die Eisbären mussten nicht nur auf den verletzten Kapitän Torrell Martin verzichten, auch Aufbauspieler Jamison Brewer stand nur wenige Minuten auf dem Parkett. Der Ex-NBA-Profi war aber nicht verletzt. „Er hat nur wenig gespielt. Einen Grund möchte ich dafür nicht nennen“, so Spradley. Soll wohl heißen: Brewer fehlte aus disziplinarischen Gründen.

Für ihn rückte Mike Smith in die Startformation. Der Amerikaner, der schon gegen den FC Bayern überzeugt hatte, knüpfte daran nahtlos an. „Er hat viele gute Sachen gemacht, die Systeme gut gelesen, seine Würfe getroffen und war unser größter Aktivposten“, freute sich der Coach über den Aufwärtstrend bei dem 24-jährige Rookie („Frischling“). Mit 19 Punkten war Smith der einzige Eisbär, der zweistellig punktete. Mit 6 Rebounds rundete er seine bisher beste Leistung im Eisbären-Dress ab.

Im letzten Abschnitt, als der Meister hochprozentig traf, unterliefen den Gästen viel zu viele Fehler. Und es hagelte Fehlwürfe. „Wenn zwei Starter, die beide über 30 Minuten gespielt haben, insgesamt nur vier von ihren 20 Versuchen treffen und von der Dreierlinie die Quote wieder nur 14 Prozent beträgt, kann man in Bamberg nicht besser aussehen“, ärgerte sich Spradley über die klare Niederlage. Die beiden Starter, das waren Terrell Everett und Anthony Smith. Jeder von ihnen traf nur 2 von 10 Versuchen – das ist viel zu wenig.

Es war gleichzeitig die höchste Saisonniederlage für die Bremerhavener, die jetzt bis zum 27. Dezember Pause haben. Dann müssen sie in Bayreuth ran. (rie)


Artikel vom 19.12.11 - 07:00 Uhr
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