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Die Abwehr ist künftig ein „Ost-Block“


Bremerhaven. Mehr als 400 Spiele in der DEL, knapp 100 in der russischen KHL – das ist wirklich ein dicker Fisch, den sich die Fischtown Pinguins da aus dem Teich geangelt haben: Andrei Teljukin spielt in der kommenden Saison für den Eishockey-Zweitligisten. Von Lars Brockbalz


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Andrei Teljukin kommt mit der Erfahrung von mehr als 400 DEL-Spielen zu den Fischtown Pinguins. Foto imago

Teljukin ist ein Spieler, der perfekt in das Profil von Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg passt: Läuferisch stark, äußerst erfahren und kein unbeschriebenes Blatt: Leidborg hat mit dem 35-Jährigen bereits vor rund zehn Jahren in Oberhausen in der DEL zusammengearbeitet.

Der Verteidiger ist in Russland geboren, aber schon 1994 nach Deutschland umgesiedelt, wo er zunächst in der Oberliga, später acht Jahre in der DEL spielte. Dann lockte nochmal das große Geld in der KHL, der zweitstärksten Liga der Welt. Zuletzt spielte Teljukin bei Rubin Tjumen in der 2. Liga und feierte dort in der vergangenen Saison den Meistertitel. Nun geht es zurück in die zweite Heimat – der 35-Jährige hat neben dem russischen auch einen deutschen Pass und belastet damit nicht das Ausländerkontingent, was ihn noch wertvoller für die Pinguins macht.

Teammanager Alfred Prey war hörbar stolz, diese Verpflichtung hinbekommen zu haben. Und er hat hart dafür gearbeitet. Hinter den Kulissen fiel der Name Teljukin bereits vor rund sechs Wochen, seitdem blieb Prey hartnäckig an seinem Wunschkandidaten dran. Der erbat sich noch Bedenkzeit – vermutlich auch, weil in der zweiten deutschen Liga weniger Geld gezahlt wird als in Russland –, aber Prey rang ihm ein Versprechen ab: Wenn er nach Deutschland wechselt, dann nur nach Bremerhaven. Weil die Familie auch zurück nach Deutschland wollte – Teljukin hat eine Frau und drei Kinder – klappte der Wechsel schließlich. Anfang August will sich der Neuzugang auf die beschwerliche Reise 3500 Kilometer westwärts machen und nach Bremerhaven ziehen.

Mit der Erfahrung von 423 DEL-Spielen und 93 in der KHL dürfte Teljukin der Pinguins-Defensive einiges an Stabilität geben können. Besonders viele Scorerpunkte sammelte er in keinem seiner Vereine. 35 Tore und 80 Vorlagen stehen für ihn in der DEL zu Buche, vier Tore und elf Vorlagen in der KHL.

Osteuropäische Verteidigung

Bei den Pinguins wird Teljukin die Nummer 4 tragen und vermutlich mit Stanislav Fatyka die erste Verteidigungsreihe bilden. Auffällig ist, dass die Pinguins-Defensive in der kommenden Spielzeit osteuropäisch geprägt ist, sie wird sozusagen zum „Ost-Block“. Steve Slaton ist der letzte Spieler aus Nordamerika, dafür stehen fünf Verteidiger aus Osteuropa im Kader. Vermutlich heißt das: Es wird mehr gepasst und weniger geschossen, osteuropäische Spieler lieben in der Regel das technische Spiel.

Die Pinguins haben ihre Mannschaft fast komplett. Lediglich ein Stürmer soll noch kommen. Dass noch eine Ausländerstelle frei ist, erleichtert die Suche.

Andrei Teljukin

Geburtstag: 29. Mai 1976

Geburtsort: Archangelsk (Russland)

Größe: 1,78 Meter

Gewicht: 87 Kilo

Position: Verteidiger

Schusshand: Links

Bisherige Vereine: 94-97: Limburger EG (Oberliga); 97/98: EHC Trier (2. Liga); 98/99: GEC Nordhorn (2. Liga); 99/00: EHC Neuwied und Riessersee (2. Liga); 00-02: Revierlöwen Oberhausen (DEL); 02/03: Kassel Huskies (DEL); 03-05: Hannover Scorpions (DEL); 05-08: EV Duisburg (DEL); 08/09 Nizhnekamsk (KHL); 09/10: Ekaterinburg (KHL); 10/11: HK Rubin Tjumen (2. Liga Russland)

Spiele: 423 DEL-Spiele, 97 KHL-Spiele

Artikel vom 14.06.11 - 12:00 Uhr
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