Die Bankmitarbeiter wollten ihre Kunden in der Regel seriös beraten, sähen sich aber „durch einen oft viel zu hohen Vertriebsdruck daran gehindert“, kritisierte Aigner.
Auch die Verbraucherzentralen dringen auf einen besseren Schutz der Anleger vor „Finanzschrott“. Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, forderte ein Verkaufsverbot für gefährliche Anlagen und mehr Kontrolle. „Die Finanzaufsicht hat derzeit keinen gesetzlichen Auftrag, den Markt aus Verbrauchersicht unter die Lupe zu nehmen, sagte er. „Deshalb landet der Finanzschrott bei den Verbrauchern.“ Die Bundesbürger verlieren bis zu 30 Milliarden Euro pro Jahr durch schlechte Finanzberatung, ergab eine Studie von 2008 im Auftrag von Aigner.
Die Opposition warf Aigner Versagen beim Verbraucherschutz vor. „In Sachen Anlegerschutz und Datenschutz gibt es seit Monaten nur Ankündigungen“, kritisierte SPD-Verbraucherpolitikerin Elvira Drobinski-Weiß. Auch die Grünen-Fraktion warf Aigner Tatenlosigkeit vor. Bisher gebe es weder ein Verbrauchertelefon noch einen Gesetzentwurf gegen „Online-Abzocke“ oder eine nachgebesserte EU-Spielzeugrichtlinie, sagte Grünen-Verbraucherexpertin Nicole Maisch. Kritik erntete Aigner auch für die Ablehnung einer Ampel-Kennzeichnung potenzieller Dickmacher in Lebensmitteln. Damit mache sich Aigner „zur Handlangerin der Ernährungsindustrie“, sagte Linke-Abgeordnete Karin Binder. (dpa)
