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Der Korb ist wie zugenäht


Bremerhaven. Irgendwie ist es wie verhext, der gegnerische Korb scheint zugenäht zu sein. Zumindestens dann, wenn die Eisbären Bremerhaven aus der Distanz auf den Korb werfen. In den vergangenen beiden Jahren gehörten die Bremerhavener zu den Teams mit der besten Dreier-Quote in der Basketball-Bundesliga, in dieser Saison sind sie das Schlusslicht – bis jetzt, nach vier Spieltagen. Einziger Trost ist, dass die Eisbären vor dem dritten Heimspiel am Sonntag gegen Gießen (16 Uhr, Stadthalle) mit zwei Siegen voll im Soll liegen. VON OLIVER RIEMANN


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An den Augen kann es nicht liegen, dass die Eisbären ihre Dreier nicht mehr treffen. Den Sehtest vor der Saison haben Tony Canty und seine Mitspieler allesamt bestanden. Foto eer

2 Treffer von 17 Versuchen (11,8 Prozent) lautete die Dreier-Quote gegen Trier, 4 von 19 (21,1 Prozent) in Ludwigsburg, 1 von 9 (11,1 Prozent) am Mittwoch beim 77:63-Sieg gegen Göttingen. Am besten lief es noch beim Erfolg gegen ALBA Berlin. Da flutschten wenigstens 5 der 16 Versuche durch die Reuse. Das waren 31,1 Prozent, also in etwa jene Quote, die die Bremerhavener in der kompletten vergangenen Saison hatten. Nach den ersten vier Spielen dieser Serie sind es gerade mal 19,7 Prozent Quote von jenseits der 6,75 Meter entfernten Linie.

Gegen Göttingen, so hatte es phasenweise den Anschein, verweigerten viele Akteure den offenen Dreierwurf. Da fehlt das Selbstvertrauen, da zittert der Wurfarm. Obwohl Trainer Doug Spradley ausdrücklich wünscht, dass „die Jungs weiterhin die offenen Würfe nehmen“, wie er es formuliert.

Das müssen sie auch, denn sonst berauben sie sich einer guten Waffe. Und sie machen es dem Gegner um ein Vielfaches leichter, den eigenen Korb zu verteidigen. Denn wenn die Eisbären die Chancen von draußen nicht nehmen, kann der Gegner sich ganz auf die Verteidigung der eigenen Zone konzentrieren. Damit wird es für die Eisbären in Korbnähe immer enger und schwerer, zu einem guten Wurf zu kommen. Wenngleich die Bremerhavener gerade aus der Nahdistanz recht treffsicher sind.

Der Ausspruch Spradleys, dass Spiele nicht aus der Distanz, sondern unter dem Korb gewonnen werden „und da sind wir gut“, mag zwar zutreffend sein, doch wie viel leichter würden die Bremerhavener ihre Spiele gewinnen, wenn sich der eine oder andere Distanzwurf noch im Korb des Gegners „verirren“ würde.

Spradley ist relativ ratlos. Am fehlenden Selbstvertrauen könne es nicht liegen, mit den beiden Smith’, Kapitän Torrell Martin und Jason Cain habe er Spieler in seinem Team, die „normalerweise um die 40 Prozent oder darüber schießen“. Normalerweise.

Fast trotzig sagt der Cheftrainer: „Irgendwie ist da der Wurm drin. Aber ich weiß, dass diese Sch…dinger irgendwann auch wieder reingehen werden. Vielleicht platzt schon am Sonntag im Heimspiel gegen Gießen der Knoten.“

Dafür sind die Bremerhavener unter dem Korb eine Macht. Auch da ist die Trefferquote noch geringfügig ausbaufähig, aber in Sachen Rebounds sind die Eisbären im Moment das Top-Team der Liga. 150 Abpraller vom Ring haben Chris McNaughton & Co. in den vier Begegnungen schon eingesammelt, das sind 37,5 pro Spiel. Wer hätte das vor der Saison gedacht. Da wurde darüber spekuliert, dass die Eisbären gerade in Sachen Rebounds Schwächen haben würden.

Mit 56 Abprallern unter dem gegnerischen Korb sind die Bremerhavener hinter Hagen in dieser Kategorie die zweitbeste Mannschaft der BBL. Das sind 14 Abpraller pro Partie und somit auch 14 zusätzliche Wurfchancen. Gar nicht auszudenken, wenn jetzt auch noch die Dreier sitzen würden.


Artikel vom 21.10.11 - 07:00 Uhr
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