
Beide Parteien, so war zu hören, sind nicht nur sehr an einer Fortsetzung der Zusammenarbeit interessiert, mehr noch. Beide Seiten wollen unbedingt gemeinsam weiter machen. „Die Position des Aufbauspielers ist eine zentrale Frage in der Planung“, sagt Eisbären-Trainer Doug Spradley. Eine ähnliche Odyssee wie in der vergangenen Saison auf der wichtigsten Position einer Mannschaft möchte der 44-Jährige sich ersparen. Da war die Liste der Point Guards extrem lang. Zur Erinnerung: Jermaine Thomas war als Erster da, machte im Verlauf der Saison 14 Spiele. Es folgte für einige Wochen Jamar Butler. Der verschwieg eine Verletzung und musste in der Vorbereitung gehen.
Dominic Waters wurde getestet und für zu leicht befunden. Ihm folgte Donald Copeland, der nach 21 Spielen seine Koffer packte. Thomas und Copeland waren beide einige Zeit verletzt, so musste Nachwuchsmann Tony Canty die Kastanien aus dem Feuer holen. Für Thomas holten die Eisbären Tyrone Brazelton, der verletzte sich, Wunschkandidat Nicola Covington bekam keine Freigabe aus Rumänien, dann endlich durfte Brewer ran.
Mit dem Ex-NBA-Akteur (54 Spiele für die Indiana Pacers und New York Knicks) wurde alles besser. „Jamison macht uns einfach besser“, lobte Nationalspieler Philipp Schwethelm. So äußerten auch andere Mitspieler, selbst wenn die sich den einen oder anderen Anranzer des 30-Jährigen abholen mussten. Denn Brewer ist ein „Floor General“, ein General auf dem Parkett. Er bestimmt, wo es lang geht. Das hat auch zu Diskussionen mit dem Coach geführt. Denn Brewer hat seine eigene Anschauung von erfolgreichem Basketball, seine eigene Philosophie, die er auch vertritt. Ist da Ärger zu erwarten? „Nein, ich glaube nicht“, sagt Spradley. Er habe mit Brewer ein langes Gespräch geführt. „Jamison ist hungrig auf Erfolg, er hat den Tunnelblick“, so der Trainer.
Brewer ist von der Mentalität her zu vergleichen mit Ex-Eisbär Brian Jones. Auch der war der uneingeschränkte Chef und von allen Mitspielern als solcher akzeptiert. So ein „Leithammel“, ein Führungsspieler, hat den Eisbären jahrelang gefehlt. Das birgt auch Risiken, die Trainer und Management abwägen müssen.
Coach Spradley weiß, dass Brewer sportlich die beste Lösung für die kommende Saison wäre. Zumal der einstige Wandervogel, der schon bei acht Klubs als Profi gespielt hat, eines nach der Saison klar gesagt hat: Er will in Bremerhaven bleiben. „Da hieß es nicht, lasst uns mal bis Juli warten, ich möchte erst mal schauen, was andere Klubs so bieten“, berichtet Manager Jan Rathjen.
Also wäre der Klub doch gut beraten, ihn zu halten. Denn sie wissen, was sie an ihm haben: Einen Point Guard, der die Mitspieler besser macht und Hunger auf Erfolg hat. Was will man mehr?
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