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Den Pinguins fehlt die Effektivität

Rosenheim. Gunnar Leidborg wirkte angefressen. Der Coach der Fischtown Pinguins ärgerte sich über die Art und Weise, wie seine Mannschaft gestern Abend in der Zweiten Eishockey-Bundesliga bei den Starbulls in Rosenheim mit 2:5 (0:3, 1:1, 1:1) unter die Räder kam.

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Die Pinguins tauchten – wie hier Philipp Gunkel – durchaus häufig vor dem Rosenheimer Tor auf. Sie erzielten allerdings nur zwei Treffer – zum Sieg reichte das nicht. Foto Fehrmann

Den Pinguins fehlte im Abschluss wieder mal die Kaltschnäuzigkeit. Ein Auswärtssieg – so merkwürdig sich das angesichts des deutlichen Ergebnisses anhört – lag im Bereich des Machbaren. „Wir hatten mehr Schüsse aufs Tor als Rosenheim. Aber der Unterschied war die Effektivität. Die Starbulls nutzten ihre Chancen besser aus. Das haben die schön gemacht“, meinte Leidborg.

Es war tatsächlich bitter: Die Pinguins agierten im ersten Drittel optisch überlegen, hatten gute Chancen auf dem Schläger, lagen aber nach 20 Minuten mit 0:3 in Rückstand – unglaublich, aber wahr.

Bereits in den ersten beiden Minuten durften die Leidborg-Schützlinge ihre Powerplay-Künste unter Beweis stellen. Es gab gute Schüsse von Andrei Teljukin und Chris Stanley. Aber der überragende Starbulls-Goalie Norm Maracle hielt seinen Kasten sauber. Die Pinguins hatten das 1:0 mehrfach auf der Kelle, die Führung lag in der Luft. Aber es kam anders. Gleich mit ihrem ersten Angriff des Abends schlugen die Rosenheimer zu und kamen selbst zum 1:0 durch Dominic Auger. Der Verteidiger hatte aus Mittelstürmerposition abgezogen und wurde nicht geblockt. Zudem war Pinguins-Schlussmann Sebastian Staudt die Sicht versperrt.

Bremerhaven blieb vor 1504 Zuschauern im Kathrein-Stadion trotzdem im Vorwärtsgang. Sergej Janzen scheiterte mit einem Handgelenkschuss nach feiner Ablage seines Bruders Alexander an Maracle (5.). Jan Kopecky versemmelte kurze Zeit später einen tollen 2/1-Konter. Die Starbulls machten es besser: Nach einem kapitalen Schnitzer von Teljukin stand Rosenheims Stürmer Patrick Asselin völlig blank am langen Pfosten. Diesen Freiraum nutzte der Stürmer zum 2:0 (12.).

Die Pinguins spielten weiter ordentlich. Patrik Hucko und Steve Slaton versuchten ihr Glück mit Gewaltschüssen, doch die Scheibe verfehlte ihr Ziel. Und Rosenheim? Die Starbulls kamen wenige Sekunden vor Ende des ersten Abschnitts in Überzahl zum 3:0 (Asselin, 20.). Bremerhaven schaute blöd aus der Wäsche.

Die Starbulls spielten im zweiten Drittel clever und verwalteten die Führung geschickt. Den Pinguins merkte man die Enttäuschung über den hohen Rückstand an. Es gab in der Offensive nicht mehr so viele gefährliche Aktionen wie im ersten Abschnitt, trotzdem gaben die Gäste Gas. Die beste Chance vergab Patrik Beck, der mit einer kraftvollen Direktabnahme Goalie Maracle zu einem Monster-Save zwang. In der Verteidigung der Pinguins wurde jede Unachtsamkeit bestraft: Stephan Gottwald netzte unbedrängt mit der Rückhand zum 4:0 ein (32.). „Es passte ins Bild: Wir setzen den Gegner unter Druck, dann kommen die einmal vor unser Tor und hauen die Scheibe ins Kreuzeck“, sagte Leidborg und zuckte mit den Schultern.

Immerhin gelang den Gästen durch Kevin Saurette das 1:4 (40.). Im Powerplay hämmerte der Kanadier die Scheibe flach ins kurze Eck.

Die Pinguins machten auch im Schlussabschnitt munter weiter. In der 50. und 53. Minute wähnten die Bremerhavener die Scheibe zweimal im Rosenheimer Tor, doch Schiedsrichter Michael-André Fröschle versagte den Treffern durch Kevin Saurette und Mark Kosick die Anerkennung, weil das Starbulls-Gehäuse zuvor aus der Verankerung gerissen worden war. Zumindest bei der Aktion von Kosick keimte der Verdacht auf, dass Maracle beim Verschieben des Tores nachgeholfen haben könnte.

Stanislav Fatyka brachte die Pinguins im Powerplay noch einmal auf 2:4 heran (54.), doch in der Schlussminute machte Asselin mit einem Empty-Net-Tor alles klar für die Oberbayern. (ber)


Rosenheim – Pinguins 5:2 (3:0, 1:1, 1:1)

Pinguins: Tor: Staudt (Suvelo); Abwehr: Teljukin, Fatyka – Hucko, Slaton – Janke, Willaschek; Angriff: Dejdar, Stanley, Saurette – P. Beck, Kosick, Kopecky – S. Janzen, A. Janzen, Thomas – Verelst, Gunkel, Kreuzer.

Tore: 1:0 (2:45) Auger (Stephens, Gottwald); 2:0 (11:13) Asselin (Wenzel, Quirk); 3:0 (19:37) Asselin (Quirk, Auger) bei 5/4; 4:0 (31:03) Gottwald (Gaucher, Marsall); 4:1 (39:04) Saurette (Hucko, Slaton) bei 5/4; 4:2 (54:00) Fatyka (Stanley, Kopecky) bei 5/4; 5:2 (59:35) Asselin (Quirk, Frank) bei 4/5, ENG.

Strafzeiten: Rosenheim: 16 Minuten – Pinguins: 12 Minuten

Schiedsrichter: Michael-Andre Fröschle (Denklingen) – Zuschauer: 1504

Artikel vom 12.12.11 - 07:00 Uhr
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