
Somit können Fahrzeuge über eine Mobilfunkverbindung überall mit dem Handy, dem heimischen Computer, Online-Datenbanken und Mehrwertdiensten im Stil der „Apps“ vernetzt werden.
„Sie haben zwei neue Mails.“ Der Fahrer muss nur das Wort „Posteingang“ rufen, dann antwortet ihm eine Computerstimme und liest die neuen Nachrichten vor. Gibt der Nutzer den Befehl „Antworten“, rüstet sich der Sprachcomputer zum Diktat. Das erste Demofahrzeug kann das heute schon. Mit der nächsten Auto-Generation, also in rund drei Jahren, solle das Kommunikationsnetzwerk in Serie gehen, sagte Sten-Olaf Wilkening von Continental gestern bei der Präsentation in Bremen. Derzeit gebe es Gespräche mit vielen Fahrzeugherstellern.
„Bis Ende des Jahres soll klar sein, ob und wie wir mit einer Nachrüst-Lösung an den Markt kommen“, sagt Leonberger. In Neuwagen soll die Hardware gegen einen geringen Aufpreis verglichen mit heutigen Navigationsgeräten verbaut werden. Die Telekom rechnet derzeit mit einem Monatstarif von rund zehn Euro.
Unterdessen stehen die Hersteller von Navigationsgeräten durch den Boom der Smartphones immer stärker unter Druck. Zu einem guten Smartphone-Angebot gehört Navigationssoftware inzwischen fast selbstverständlich dazu. Die Hersteller von Navigationsgeräten versuchen deshalb, mit Zusatzdiensten zu punkten. Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin führten sie neue Fahrspurassistenten sowie lokale Suchdienste zum Beispiel für günstige Tankstellen und realitätsgetreue Straßendarstellungen vor. Rund 7 Prozent der deutschen Handy-Besitzer nutzen dem IT-Verband Bitkom zufolge ihr Mobiltelefon als Navigationsgerät – Tendenz steigend. Das bleibt nicht ohne Folgen für den Markt der Navigationsgerätehersteller, der ohnehin schon im Schrumpfen begriffen ist: Marktforscher rechnen für sie in diesem Jahr mit sinkenden Verkaufszahlen und Umsätzen.
