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Da ist noch Luft nach oben


bremerhaven. Drei Siege, zwei Niederlagen – nach fünf Spieltagen in der Basketball-Bundesliga sieht die Bilanz der Eisbären Bremerhaven sehr positiv aus. Vor allem eines ist anders als in den Jahren zuvor: Die Bären sind in ihrem Käfig eine Macht. Sie haben noch eine blütenweiße Weste (drei Siege), die Bremerhavener scheinen gerade in eigener Halle wieder eine Macht zu sein. VON OLIVER RIEMANN


Für Eisbären-Geschäftsführer Jan Rathjen ist das im Hinblick auf den Kampf um einen Playoff-Platz ein wichtiger Schritt. „Es ist wichtig, den Heimvorteil auszunutzen“, sagt der Manager. Wobei er ebenso wie Chefcoach Doug Spradley noch „viel Luft nach oben“ in der Leistung der eigenen Mannschaft sieht. „Einige spielen noch längst nicht am Limit“, meint der Manager, Namen will er aber nicht nennen.

Einige Leistungsträger noch mit Schwächen und dennoch drei Siege, das heißt für Rathjen im Umkehrschluss: „Mit diesem Team geht eine ganze Menge, wenn alle Akteure die Kurve kriegen.“

Die Heim-Begegnungen gegen Göttingen (77:63) und Gießen (82:79) mussten gewonnen werden, wenn die Eisbären zum dritten Mal in Folge unter Spradley in die Playoffs wollen. Der Heimerfolg gegen ALBA Berlin war eher in die Rubrik „Überraschung“ einzustufen. Bei der Niederlage in Ludwigsburg (73:84) lagen die Gäste 35 Minuten vorn, brachen erst am Ende ein. Einzig im ersten Spiel bei TBB Trier (56:75) lag der nördlichste Bundesliga-Club komplett neben der Spur.

Das sieht auch der Cheftrainer so. „Über diese Leistung habe ich mich geärgert“, sagt Spradley. Ansonsten sieht auch er seine Mannschaft voll im Soll. Wichtig sei, am Anfang der Saison so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. Denn erst Ende November, Anfang Dezember, so meint der Coach, „wird man wirklich sehen, in welche Richtung es in der BBL geht“.

Trainer- und Spielwechsel, die auch nach Saisonstart immer wieder anstehen seien ebenso Faktoren wie die internationalen Spiele, die für fast alle Klubs außer Meister Bamberg im Eurocup und in der Eurochallenge im November beginnen. „Da gilt es abzuwarten, wie die Mannschaften die Doppel-Belastung wegstecken, wie sich das auf ihre Physis auswirkt“, weiß Spradley aus den vergangenen Jahren.

Für den Eisbären-Coach („Wir müssen vor allem auf uns schauen und nicht so sehr auf die Gegner“) kommt es in den nächsten Wochen darauf an, die eigene Leistung zu stabilisieren. Gerade in Sachen Konzentration und Intensität müsse sein Team noch deutlich zulegen. „Wir haben sicher viel Potenzial, müssen aber lernen, immer 100 Prozent zu geben. Und das gilt für jeden Spieler in der Mannschaft“, sagt der Trainer.

Bisher sei es fast immer so gewesen, dass „wir in jedem Spiel zwei Leistungsträger kompensieren mussten, bei denen es nicht so lief. Aber nur, wenn alle jeden Tag hart arbeiten, werden wir den maximalen Erfolg haben“, meint Spradley.

Auffällig ist, dass einige Akteure in ihren Leistungen noch viel zu schwankend sind. Die ganze Woche arbeite man auf dieses eine Spiel am Wochenende hin, „dann muss man einfach seine beste Leistung abrufen“.

Kapitän Torrell Martin, allerdings durch seine Schulterverletzung gehandicapt, hat noch nicht zu seiner Normalform gefunden. Aber auch bei Jamison Brewer, Terrell Everett, Anthony Smith und Jason Cain wechseln Licht und Schatten – von Spiel zu Spiel. Mal ganz stark, dann wieder etwas neben der Spur. Konstanz sieht anders aus. „Da müssen wir den Hebel ansetzen. Wenn das alle begriffen haben, können wir an dieser Mannschaft noch ganz viel Spaß haben“, meint der Coach.


Artikel vom 26.10.11 - 12:00 Uhr
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