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„Da haben wir einen guten Griff getan“


Bonn. Für die Fans der Baskets Bonn war die alljährliche Party nach einem Karnevalsspiel diesmal eine Frust-Feier, denn gegen die Eisbären Bremerhaven setzte es eine 85:77-Niederlage. Gegen Mitternacht steig die Stimmung dennoch allmählich wieder an. Mitten im närrischen Treiben tummelte sich auch ein Bremerhavener: Eisbären-Trainer Douglas Spradley ist nicht mit seinem Team nach Norden gefahren. Von Toni Bachem


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Neu-Eisbär Terrell Everett (rechts) zeigte in Bonn, dass Sprungkraft zu seinen Stärken gehört. Fotos Ittelmann

Der Grund heißt Chris Ensminger. „Mit Chris verbindet mich eine enge Freundschaft, seit ich in Paderborn mit ihm zusammengearbeitet habe“, verriet Spradley gut gelaunt und ergänzte: „Wir waren für heute verabredet.“

Gut gelaunt waren zwei Stunden zuvor auch die Fans der Eisbären: „Breeemerhaven, Breeemerhaven“ schrien sie, und: „Auswärtssieg, Auswärtssieg“. Dabei waren sie in ungewisser Stimmung nach Bonn gereist: Niemand wusste so recht, was die beiden Neuen – Jamison Brewer und Terrell Everett – können.

Doch schnell wurde klar, dass die Eisbären alles andere als ein Sparringspartner waren. Nach anfänglichen Problemen (4:10 nach drei Minuten) bissen sie sich in die Partie, um sie dann zu kontrollieren, phasenweise zu dominieren. 40 Minuten aggressive Verteidigung und schnörkelloser Basketball mit einer ausgewogenen Balance zwischen Innen- und Außenspiel waren Grundlage für einen verdienten Erfolg.

Großen Anteil hatte Point Guard Brewer, der dem Spiel seiner Mannschaft Struktur gab und dafür von Spradley ein Sonderlob bekam. Brewer hat nicht viele Punkte gemacht, aber er hat Rebounds geholt, Vorlagen gegeben, er war ballsicher – und wusste stets, was er tat. Mit dieser Übersicht ordnete er das Spiel und sorgte so dafür, dass Sean Denison, Craig Callahan, Philipp Schwethelm, Andrew Drevo und John Allen zu freien Würfen kamen. Das Urteil von Manager Jan Rathjen: „Ich glaube, da haben wir einen sehr guten Griff getan“.

Der Star an diesem Abend war die Mannschaft, weil sie angesichts der schwierigen Situation zusammenrückte und jeder auf seine Weise Verantwortung übernahm. Center Denison führte Bremerhaven fast im Alleingang zum 9:10-Anschluss, Callahan steuerte zum Ende des ersten Viertels sechs Punkte zur 22:20-Führung bei. Topscorer Schwethelm, Allen und Maksym Shtein erhöhten auf 29:20.

Ohne die Bonner Ensminger und Nic Wise wäre das Spiel schon früh zu einer klaren Angelegenheit für die Bremerhavener geworden. Sie ließen sich auch durch die kurzzeitige Führung der Baskets (45:44, 32.) nicht verunsichern und arbeiteten im dritten Viertel die vorentscheidende Führung heraus. Brewer und die wichtigen Dreier durch Schwethelm und Drevo zur 57:47-Führung drei Minuten später stellten die Weichen auf Sieg. Der Vorsprung betrug einmal sogar 15 Punkte: 71:56 (34.).

Am Ende kamen fünf Bremerhavener auf eine zweistellige Punktausbeute. Auch den direkten Vergleich mit den Bonnern entschieden die Gäste nach der 71:75-Niederlage im Hinspiel für sich – eine gute Nachricht im Kampf um die Playoff-Plätze.

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NBA-Erfahrung zahlt sich aus: Jamison Brewer entpuppte sich als ein Spielmacher mit Übersicht.
Artikel vom 07.03.11 - 12:00 Uhr
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