
„Ich habe keine Schmerzen, kann laufen und schießen. Es sieht gut aus“, sagte Gosdeck gestern nach dem Vormittagstraining. Nur Körperkontakt, den hat der Stürmer bisher vermieden. „Es gibt ein Restrisiko, dass etwas passieren könnte. Deswegen lasse ich mir noch Zeit“, sagt der 32-Jährige.
Es ist erstaunlich, dass Gosdeck überhaupt schon wieder so weit ist, trainieren zu können. Am 28. August, im Spiel gegen die Manitoba Bisons beim Turnier in Ritten, erlitt er einen Milzriss. Es folgte eine nächtliche Not-Operation, in der die Milz entfernt wurde. Zurück blieb eine Narbe von der Brust bis zum Bauchnabel.
Der Arzt, der ihn im italienischen Bozen operierte, machte Hoffnung. Nach vier Wochen könne er wieder trainieren, hieß es. Zurück in Bremerhaven hörte sich das ganz anders an. „Der Arzt hier riet mir, ich solle drei Monate pausieren, also bis Ende November“, erzählt Gosdeck.
Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg ging noch vor einer Woche davon aus, dass Gosdeck monatelang ausfallen würde. Dann aber ließ sich der Stürmer noch einmal untersuchen, diesmal vom Mannschaftsarzt des Fußball-Bundesligisten Hannover 96. „Der sagte, dass sechs Wochen nach der OP keine Gefahr mehr besteht und die Narbe dann vollständig verheilt ist. Das ist in gut einer Woche. Ich könnte auch jetzt spielen, aber es gibt ein Restrisiko. Und überstürzen will ich nichts, es geht ja im Moment nicht um die deutsche Meisterschaft“, sagt Gosdeck.
Bauchmuskeltraining darf der Eishockey-Hüne derzeit nicht machen, stattdessen absolviert er neben dem Eistraining ein spezielles Programm auf dem Fahrrad-Ergometer, um den konditionellen Rückstand wettzumachen. „Zum Glück war ich in diesem Jahr schon Anfang Juli auf dem Eis, deswegen war ich sehr fit und der Rückstand ist jetzt nicht so groß“, sagt Gosdeck. Er hat sogar einen positiven Nebeneffekt der OP ausgemacht: „Ich habe dadurch noch mal sechs Kilo abgenommen. Ich fühle mich viel spritziger“, sagt er. Von 105 Kilo, die er während der Playoffs gewogen habe, sei er nun auf 94 runter. „Ich muss mal sehen, ob das nicht zu wenig ist. Wenn meine Gegenspieler mich zu leicht wegschieben können, ist das auch schlecht“, sagt Gosdeck.
Sein bald bevorstehendes Comeback ist eine gute Nachricht, nur für Daniel Huhn könnte sie sich als nachteilig erweisen. Ist Gosdeck tatsächlich in zwei Wochen wieder dabei, verringern sich sicherlich die Chancen, dass der Probespieler einen Vertrag bei den Pinguins erhält.
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