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Cain akzeptiert die Strafe


Bremerhaven. Problemfälle hatten die Eisbären Bremerhaven am vergangenen Sonntag gegen die Tigers Tübingen einige. Sonst hätten sie gegen das bis dahin punktlose Schlusslicht nicht mit 83:90 verloren. Einer machte sich aus zweierlei Gründen selbst zu einem Problem: Jason Cain. Zum einen spielte der Amerikaner ganz schwach, zum anderen ließ er sich in einer Auszeit dermaßen gehen, dass sich viele Zuschauer verwundert ansahen. VON OLIVER RIEMANN


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Im Spiel gegen die BG Göttingen kämpfen Jason Cain (links) und Jamison Brewer einträchtig gegen vier Gäste-Spieler um den Rebound. Am Sonntag gegen Tübingen „zofften“ sich die beiden Eisbären-Spieler ganz gewaltig – nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Foto ls

Was war passiert? 3:58 Minuten Spielzeit zeigte die Uhr im dritten Viertel an, Tübingens Vaughn Duggins hatte gerade einen Dreier zum 60:58 für den Gast versenkt. Auszeit Doug Spradley. Ein aufgebrachter Jason Cain kam fluchend und wütend gestikulierend zur Bank, war gar nicht zu beruhigen. Er zeterte und motzte, Spradley schickte ihn einige Stühle weiter, Tony Canty probierte, seinen Mitspieler zu beruhigen. Es half nichts, Cain war außer sich.

Der Grund für seinen Ausraster war aber nicht der Trainer, sondern Mitspieler Jamison Brewer. Der hatte den 2,09 Meter langen Landsmann schon auf dem Spielfeld für einen vermeintlichen Fehler konfirmiert. Der erfolgsorientierte Brewer, bekannt dafür, dass er seinen Mitspielern schon mal sehr emotional die Leviten liest, hatte etwas überzogen.

Das war ihm schon einmal passiert in dieser Saison. Das war bei der Niederlage in Ludwigsburg, als der Spielmacher verbal entgleiste. Dafür musste er beim Trainer und beim Manager zum Rapport und bekam, so Eisbären-Geschäftsführer Jan Rathjen, eine Verwarnung.

Die kassierte nach den Vorfällen am Sonntag nun auch Cain. „Wir haben ihm deutlich gesagt, dass solch ein Verhalten nicht geduldet wird. Da muss er sich bei allen Emotionen, die in einem Spiel dabei sind, zurückhalten und sich unter Kontrolle haben. Das gilt aber nicht nur für Jason, das gilt für alle Spieler“, so Rathjen. Der Sünder habe sich reumütig gezeigt und die Verwarnung akzeptiert.

Für den Ausraster dürfte es auch eine Geldstrafe gegeben haben, doch darüber wollte der Manager keine Auskunft geben. Viel wichtiger aus seiner Sicht sei, dass die Akteure akzeptieren würden, „dass sie sich falsch verhalten haben.“ Das habe Cain getan, „die Sache ist vergessen“, so Rathjen.

Nicht vergessen sind allerdings die unzureichenden Leistungen, die der Ex-Braunschweiger bisher gezeigt hat. Erst in zwei von sieben Spielen (bei den Siegen gegen Göttingen und in Quakenbrück) hat der Power Forward sein wahres Potenzial abgerufen. Das ist eindeutig zu wenig. Im Schnitt 7,6 Punkte und 2,1 Rebounds – für einen Akteur wie Cain ist das pro Spiel in 20:36 Minuten Einsatzzeit deutlich zu wenig. Da muss mehr kommen. Und er muss mehr Konstanz in seine Leistungen bringen. Auch das habe man ihm gesagt, versichert Rathjen: „Er weiß, dass er weit unter seinen Möglichkeiten spielt. Aber auch daran will er arbeiten, Schritt für Schritt.“

Die nächste Gelegenheit für Cain, zu zeigen, dass er nicht zu einem dauerhaften Problemfall wird, bietet sich am Sonnabend – beim Gastspiel in Frankfurt.


Artikel vom 11.11.11 - 07:00 Uhr
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