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Bundesland Bremen schwächelt


Berlin. Der achte Bundesländervergleich der Initiative Neue soziale Marktwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche passt zu den Feierlichkeiten zum 20. Geburtstag der deutschen Einheit. Denn bei der dynamischen Entwicklung zwischen 2006 bis 2009 liegen die ostdeutschen Länder vorne. Von Alexandra Jacobson


Nicht so gut hat hingegen das Bundesland Bremen die Wirtschaftskrise durchgestanden. Im Dynamikvergleich rangiert es nur auf Platz 12. Und auch im Bestandsranking, das das absolute Niveau von Wirtschaftskraft und Wohlstand abbildet, erreicht es nur Platz 11. Damit liegt es noch hinter Thüringen, das sich erstmals vor ein West-Bundesland schieben konnte.

Das Land Bremen hat zwei große Schwächen: Es ist Schlusslicht bei der Arbeitsplatzversorgung und hat die höchste Quote privater Schuldner. Im Bundesländer-Vergleich ist es auch Letzter bei der öffentlichen Verschuldung: Rechnerisch hat jeder Bewohner des Landes Bremen 24 439 Euro Verbindlichkeiten zu schultern. Dass das Land eher schlecht als recht durch die Wirtschaftskrise gekommen ist, liegt nach den Autoren der Studie vor allem an Bremerhaven. Zum einen sei der Hafen empfindlich von der Krise getroffen worden. „Zum anderen findet sich Bremerhaven bei sozialen Indikatoren wie der Arbeitslosenquote oder der Zahl von ALG-II-Empfängern am unteren Tabellenrand wieder“, sagt Jan Loleit, Projektleiter der Studie. Das Land Bremen kann allerdings mit einem hohen Bruttoinlandsprodukt punkten. Nur Hamburg hat eine höhere Wirtschaftsleistung.

Die Krise hat auch dem Hamburger Hafen zugesetzt. Deshalb belegt Hamburg im Dynamikvergleich nur Platz elf. Doch im Bestandsranking erreicht der Stadtstaat nach Bayern und Baden-Württemberg einen ausgezeichneten dritten Platz.

Niedersachsen in der Mitte

Niedersachsen ist fast überall Durchschnitt. Im Dynamikvergleich liegt das Flächenland auf Platz 8, im Bestandsranking auf Platz 7. Das Mittelfeld scheint für Niedersachsen erfunden worden zu sein: Bei der Arbeitslosenquote schneidet das Land zum Beispiel 0,4 Prozentpunkte besser als der Bundesdurchschnitt ab. In der Mitte liegt Niedersachsen auch bei der Kaufkraft und der Zahl der gemeldeten Straftaten. Auffallend ist, dass sich die Aufklärungsquote so stark verbessert hat wie nirgendwo sonst. Vorletzter ist Niedersachsen hingegen bei der Kitaquote: nur 11,9 Proeznt aller Kinder unter drei Jahren werden in einer Kita betreut.

Artikel vom 04.09.10 - 07:00 Uhr
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