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Billiglohngruppe verärgert im Hafen

Bremerhaven. Die Billiglohngruppe im Hafen ärgert die BLG-Mitarbeiter maßlos. Anonyme Zuschriften an die Redaktion belegen den Frust im Hafen. Da ist von einer BLG-Spitze die Rede, die bei der Durchsetzung ihrer Ziele „über Leichen geht“. Von Klaus Mündelein

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Beim GHB stehen jetzt Tarifverhandlungen an. Weil die BLG die Preise absenkt, geraten die Löhne unter Druck. Es droht der Billigtarif für Fahrer, den die BLG in ihrem Haus schon umgesetzt hat. Foto eer

„Wo ist die Solidarität?“, fragt ein BLG-Mitarbeiter. Wenn alle auf drei Prozent Lohn verzichten würden, wäre das Problem aus der Welt, sagt der Mann auch mit Blick auf die Personalräte, die bei ihm im Ansehen gewaltig gesunken sind. Stattdessen wurde 74 Kollegen bei Autotec (Importfahrzeuge), deren Zeitverträge ausliefen, nur noch der niedrige Fahrertarif mit neun Euro pro Stunde angeboten. Zu diesen Bedingungen müssen sie hinüber in die Werkstatt für Exportfahrzeuge, zum BLG-Autoterminal, wechseln. Wer neu angestellt wird, bekommt ohnehin nur noch die neun Euro.

„Arbeit ist genug da“, berichtet ein Hafenarbeiter, „keine einzige Schicht fällt aus“. Verstärkt kämen Mitarbeiter des Gesamthafenbetriebsvereins (GHB) zum Einsatz. Dass die für die gleiche Arbeit zwischen 13 und 14 Euro pro Stunde bekommen, sorgt bei ihm auch für Verdruss.

GHB muss Löhne absenken

Allerdings hat die BLG-Spitze den Druck zur Absenkung der Löhne auch auf den GHB erhöht. Sie erteilt dem GHB keine Aufträge mehr zu den alten Bedingungen. Deshalb muss die Geschäftsführung jetzt ebenfalls mit dem Betriebsrat um eine Absenkung der Löhne verhandeln. Erster Termin dazu ist heute.

Der GHB steckt jetzt in einem besonderen Dilemma, ist im Hafen zu hören. Im vergangenen Jahr hat er die Jobs der höher bezahlten Spezialisten (Brückenfahrer/Van-Carrier-Fahrer) abgesichert. Hier gibt es aber immer weniger Arbeit. Gebraucht werden hingegen Leute im Autobereich, wo allerdings auch weniger bezahlt wird.

Bei BLG-Autotec schimpfen unterdessen die Gewerkschafter der IG Metall über die BLG-Führung. Weil sie die zeitlich befristeten Verträge der 74 Kollegen auslaufen ließ und gleichzeitig einen Antrag beim Betriebsrat stellte zur Einstellung von mehr als 50 Leiharbeitern, so Hans-Werner Schmolke von der IG Metall.

Die BLG-Führung rechtfertigt ihre Schritte mit der Krise und dem Bemühen, alle Arbeitsplätze zu retten. Überzeugt hat sie damit Teile der Arbeitnehmerschaft nicht. Enttäuscht sind viele auch vom Senat. „Die Regierung gibt vor, um Mindestlöhne zu kämpfen. Sie sollte auch tarifmäßige Löhne erhalten“, so ein Arbeiter. Auch die Linke spricht vom „Lohndumping unter den Augen des Hafensenators“.

Artikel vom 14.01.10 - 09:30 Uhr
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