Robert Völkl (Foto), Geschäftsführer des Bremer Rhedervereins, wird noch deutlicher. Er nennt ein Beispiel. „Es geht um die Art der Betriebsprüfung. Da kommt der Prüfer schon mit einem vorgefertigten Feindbild. Das ist woanders nicht üblich“, sagt er. Das sei der Grund, weshalb etliche Reeder des Vereins ihre Schiffe an anderen Standorten wie Hamburg registrieren ließen.
Der Rhederverein umfasst 30 Reedereien im Unterweserraum, die 403 Schiffe managen. Der Vorsitzende Thorsten Mackenthun ist ebenfalls der Meinung, dass der Umgang mit den Reedereien verbessert werden kann. „Wir sehen Verbesserungsbedarf“, sagt er. Vom Finanzressort gab es dazu am Donnerstag keine Stellungnahme.
Geweigert hat sich der Rhederverein auch gegen die Pläne des Senats, die Schiffsregister von Bremerhaven und Bremen in der Seestadt zusammenzufassen. Schließlich habe das Justizressort die Argumente des Rhedervereins eingesehen. „Es macht kein Sinn. Die Reedereien sitzen in Bremen, die Banken auch“, sagt Völkl.
Das Thema ist vorerst vom Tisch, bestätigt Justizstaatsrat Matthias Stauch. Auch der Gegenvorschlag der Reeder, das Bremerhavener Register nach Bremen zu verlagern, liegt auf Eis.
Wie viele Reedereien des Vereins künftig noch unter deutscher Flagge fahren, ist unklar. Mackenthun befürchtet eine Ausflaggungswelle, wenn die Bundesregierung an ihrer Absicht festhalte, die Beihilfen für die Lohnnebenkosten für 2011 zu kürzen. „Damit wäre das maritime Bündnis gefährdet“, sagte Mackenthun.
Mit dem vergangenen Jahr waren die Reeder halbwegs zufrieden. Die Krise sei weitgehend überwunden. Aber nicht für alle. Nur bei den größeren Schiffen (über 2000 Standardcontainer) ließen sich Frachtraten erzielen, die Kosten und Tilgung abdeckten, sagte Mackenthun. In der Containerschifffahrt seien in diesem Jahr aber die Raten schon wieder im Sinkflug.
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