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Ben Becker wütet erstmals als Tod

Bayreuth/Salzburg (dpa). Heute erreicht der Festspielsommer seinen Höhepunkt: In Bayreuth und Salzburg werden die Festspiele eröffnet. Auf dem „Grünen Hügel“ ist Aufatmen angesagt: Die zehn großen Opern Richard Wagners stehen wieder im Mittelpunkt, nachdem ein Streik knapp abgewendet werden konnte.

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Noch einmal wird er von der Buhlschaft (Sophie von Kessel, von links) umgarnt, noch einmal vehement vom Tod (Ben Becker) bedroht: Als „Jedermann“ nimmt Peter Simonischek im achten Jahr Abschied vom Salzburger Klassiker. Foto: dpa

Für die 140 Bühnentechniker wurde gestern – 24 Stunden vor der Eröffnungspremiere „Tristan und Isolde“ – ein Tarifabschluss erzielt. Die Beschäftigten in der Technik und der Verwaltung werden künftig genauso bezahlt wie an anderen Theatern. Für die außerordentlichen Belastungen während der Festspielzeit erhalten die Saisonkräfte eine Zulage.

Zur Auftaktpremiere der 98. Richard-Wagner-Festspiele werden wieder Ehrengäste aus dem In- und Ausland erwartet, an der Spitze Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Nach dem Rückzug des langjährigen Festspielleiters Wolfgang Wagner Ende August 2008 tragen erstmals seine beiden Töchter Katharina Wagner (31) und Eva Wagner-Pasquier (64) die Verantwortung.

Eine Neuinszenierung steht nicht auf dem Programm. Die „Tristan und Isolde“-Inszenierung von Christoph Marthaler und Tankred Dorsts „Ring“ gehen ins vierte Jahr. Am Sonntag ist Premiere der „Meistersinger von Nürnberg“, mit denen Katharina Wagner vor zwei Jahren ihr Regie-Debüt am „Grünen Hügel“ gab.

„Das Spiel der Mächtigen“

Die Salzburger Festspiele stehen diesmal unter dem Motto „Das Spiel der Mächtigen“. Bei der Eröffnung heute Vormittag wird der deutsche Bestsellerautor Daniel Kehlmann („Die Vermessung der Welt“) die Festrede halten. Als künstlerischer Auftakt steht am Abend die Neuinszenierung von Georg Friedrich Händels selten gespieltem Oratorium „Theodora“ auf dem Programm. Regie führt Christof Loy, die musikalische Leitung hat der Brite Ivor Bolton.

Bereits ausverkauft ist die „Jedermann“-Premiere am Sonntag mit Peter Simonischek, der nach acht Jahren zum letzten Mal die Titelrolle spielt. Sophie von Kessel tritt wieder als Buhlschaft auf, Ben Becker wütet erstmals als Tod.

Der 2010 scheidende Salzburger Intendant Jürgen Flimm führt bei der Rossini-Oper „Moise et Pharaon“ Regie. Claus Guth zeigt eine Neuinterpretation der Mozart-Oper „Così fan tutte“. Ob damit der Vorwurf, das renommierte Festival verstaube künstlerisch zusehends, entkräftet werden kann, bleibt abzuwarten.

Höhepunkte im Sprechtheater sind Friedrich Hebbels „Judith“ in der Regie von Sebastian Nübling und die deutschsprachige Erstaufführung von Peter Handkes „Bis dass der Tag euch scheidet“, eine Fortführung des Beckett-Stücks „Das letzte Band“.

Die Wirtschaftskrise wirkt sich auch auf die Salzburger Festspiele aus – der Vorverkauf schrumpfte um etwa fünf Prozent, auffällig ist der Rückgang bei Firmenkunden. In Bayreuth sind alle 30 Vorstellungen bis zum 28. August bereits seit Monaten ausverkauft.

Artikel vom 25.07.09 - 10:00 Uhr
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