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Beck und die anderen blühen auf


BREMERHAVEN. Die Fischtown Pinguins sind immer gut für einen Paukenschlag. Obwohl fünf Stammspieler fehlten, feierte der Eishockey-Zweitligist einen beeindruckenden 6:3-Erfolg beim SC Riessersee. Die Mannschaft ist eng zusammengerückt, eine Verletzungsmisere kann zusammenschweißen. Auf diese Effekte hofft Coach Gunnar Leidborg auch heute Abend, wenn die Crimmitschauer Eispiraten zum Punktspiel in der Seestadt vorbeischauen (20 Uhr, Eisarena). VON MATTHIAS BERLINKE


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Patrik Beck hat glänzend bei den Pinguins eingeschlagen. In Riessersee erzielte der Tscheche zwei Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor. Vier Tore in fünf Spielen – diese Bilanz kann sich für den 32-Jährigen sehen lassen. Foto ls

Denn von den verletzten Leistungsträgern wird heute keiner in das Aufgebot hochrutschen. Ein klitzekleines Fünkchen Hoffnung glimmt lediglich noch bei Chris Stanley. Der 32-Jahre alte Kanadier, der am Sonntag in Garmisch wegen Leistenbeschwerden kurz vor dem Aufwärmen das Handtuch warf, wird im Training heute noch einmal einen Anlauf wagen. Geht dieser Test mit einem negativen Ergebnis aus, rutscht Sergei Stas junior, bislang überzähliger Ausländer, in den Kader für das Crimmitschau-Spiel. „Natürlich ist es bitter, wenn unsere besten Scorer nicht spielen können. Aber dieser Zustand lässt sich nicht ändern. Nun ist die Zeit gekommen, dass andere Spieler in den Vordergrund rücken und Verantwortung übernehmen müssen“, meint Torhüter Marko Suvelo, der die Pinguins nach zwei Siegen in Serie weiter im Aufwärtstrend sieht. „Ein Team, das Erfolg haben will, muss in der Lage sein, schwierige personelle Situationen zu meistern. Wir haben das Zeug dazu.“

Verantwortung und in den Vordergrund rücken – Suvelo gibt die entscheidenden Stichwörter. Und die sind angekommen. Zum Beispiel bei Patrik Beck, Mark Kosick und Jan Kopecky. Der „neue“ erste Sturm der Pinguins ließ am Sonntag geschickt die Scheibe laufen. Direktes Spiel, immer auf der Suche nach dem Abschluss, den Nebenmann jederzeit im Blick – so lautet das Erfolgsgeheimnis des Trios.

Vor allem Beck macht Dampf. Dem 32-Jährigen, der in Bremerhaven die deutsche Staatsbürgerschaft erlangt hat, gelangen vier Tore in fünf Spielen, er ist aggressiv und steht immer dort, wo es brennt. Die Konkurrenz wird langsam neidisch auf die Pinguins. „Was müsst Ihr in Bremerhaven für ein tolles Landratsamt haben, dass Ihr den Beck zum Deutschen machen konntet. Hier hat das nicht geklappt“, sagte Riessersees Geschäftsführer Ralph Bader, der den Außenstürmer möglicherweise auch gerne verpflichtet hätte, zumal der Angreifer vor seinem Wechsel an die Nordseeküste nicht weit weg von Garmisch, nämlich in Peiting, aktiv war. Aber als Ausländer hatte man ihn beim SCR und anderswo nicht auf der Liste.

Auch die Janzen-Brüder Alexander und Sergej blühten am vergangenen Wochenende auf. Zusammen mit Kevin Saurette bildeten die beiden eine schlagkräftige Einheit. „Das Zusammenspiel mit Kevin hat hervorragend geklappt. Wir haben die gleichen Gedanken, jeder weiß, wie er laufen muss. Und das zahlt sich aus. Ich zum Beispiel hatte etliche Chancen auf dem Schläger, hätte Tore ohne Ende schießen können“, sagt Alexander Janzen. „Auch defensiv haben wir gut gearbeitet. Alles hat gepasst.“

Formation drei erfüllte ebenfalls ihren Job. Ales Kreuzer, Philipp Gunkel und der wieder äußerst fleißige Sam Verelst hängten sich rein und machten einen prima Job. Allerdings gab es bei den Pinguins am Sonntag auch zwei Verlierer: Torhüter Sebastian Staudt, der nicht richtig in die Partie kam und nach zwei frühen Gegentreffern ausgewechselt wurde, und Christoph Ziolkowski.

Der Förderlizenzspieler sollte im vierten Sturm reichlich Eiszeit bekommen. Doch nach dem Ausfall von Stanley musste Leidborg auf drei Linien umstellen. „Das tut mir leid für den Jungen. Ich hätte ihn gerne spielen sehen. Aber es gab da keine Möglichkeit“, berichtet der Coach.

Auch wenn im Moment alles so schön positiv klingt: Mit nur drei Sturmreihen sind die Pinguins langfristig kein Kandidat für die oberen Tabellenregionen. Die Jungs kriechen irgendwann auf dem Zahnfleisch, das bleibt nicht aus. Mit der Partie gegen Crimmitschau steht für die Pinguins das dritte Spiel in fünf Tagen auf dem Programm. Den Profis geht es an die Reserven. Crimmitschau hat es da besser: Die Westsachsen waren am Sonntag spielfrei.


Artikel vom 20.12.11 - 07:00 Uhr
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