
Nach einem grottigen ersten Drittel und dem verdienten 0:1-Rückstand war ausgerechnet eine Fünf-Minuten-Strafe gegen Mark Kosick die Initialzündung für die Wende und den Sieg.
Für die ersten vier Tore sorgte die neue ersten Reihe mit dem Tschechen-Duo Beck/Kopecky und Kapitän Stanley. Diese Kombination war eine tolle Idee von Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg. Vor allem Beck lieferte erneut ein überragendes Spiel. „Vom ersten Training, das er hier absolviert hat, war er voll dabei und hat seine Leistung abgerufen“, lobte Leidborg den Neuzugang.
Mit dem Sieg festigen die Pinguins Platz drei in der Zweiten Eishockey-Bundesliga.
Dabei hatten die Pinguins vor dem ersten Bully noch vor einem Scherbenhaufen gestanden – im wahrsten Sinne des Wortes. Beim Aufwärmen ging eine Plexiglasscheibe hinter dem Heim-Tor kaputt und musste getauscht werden. Das Spiel begann 15 Minuten später, nur um nach zwei Minuten wieder unterbrochen zu werden. Die neue Scheibe war nicht richtig montiert und sprang aus der Halterung. Es folgten weitere 15 Minuten mit ebenso eifrigem wie erfolglosen Herumgeschraube. Schiedsrichter Reik van Gameren war mit der munter in der Halterung herumwabbelnden Scheibe nicht zufrieden und schickte die Helfer nach einer neuen Scheibe sowie die Mannschaften zurück in die Kabinen.
Eine Stunde war vergangen, als die geborstene Scheibe endlich repariert war. Für die 2600 Zuschauer war die Qual nach der langen Wartezeit aber noch nicht beendet, denn das Spiel der Pinguins war zu Beginn zerfahren wie ein Feldweg nach vier Wochen Dauerregen. Ein Schuss von Jan Kopecky in Überzahl war schon das Höchste der Gefühle.
Die Gäste machten nur so viel wie eben nötig. Ihre erste Überzahl spielten sie schön aus, so dass Patrick Jarrett beim 1:0 (9.) das leere Tor vor sich hatte. Hätte Dresdens Tormaschine Sami Kaartinen den richtigen Gang eingelegt gehabt, die Pinguins hätten nach dem ersten Drittel zum zweiten Mal vor einem Scherbenhaufen gestanden. Der Finne fuhr zweimal nach Fehlern der Pinguins alleine auf Marko Suvelo zu, doch beide Male blieb der Pinguins-Torhüter Sieger.
Spätestens mit dem fantastischen Spielzug vor dem 3:2 (37.) waren die Fans dann für den qualvollen Beginn des Abend entschädigt. Teljukin bediente Stanley, der legte für Kopecky auf, und der Tscheche beendete nach sechs Spielen seine Torflaute.
„Wir haben zu Beginn gar nicht ins Spiel gefunden. Erst im zweiten Drittel haben wir angefangen zu laufen und haben gut gekämpft. Es sind dann Leute aus dem Schützengraben gekommen, die man lange vermisst hat. Zum Beispiel die Janzen-Brüder“, sagte Pinguins-Trainer Leidborg.
Pinguins – Dresdner Eislöwen 6:3 (0:1, 3:1, 3:1)
Pinguins: Tor: Staudt (Suvelo); Abwehr: Teljukin, Fatyka – Hucko, Slaton – Janke, Willaschek; Angriff: P. Beck, Stanley, Kopecky – Thomas, Kosick, Saurette – S. Janzen, A. Janzen, Ziolkowski – Verelst, Gunkel, Kreuzer.
Tore: 0:1 (8:44) Jarrett (Hammer, St. Jean) bei 5/4; 1:1 (26:49) P. Beck (Kopecky, Fatyka); 1:2 (29:51) Fiedler (Steingroß, Jarrett); 2:2 (33:38) Teljukin (Stanley, Kopecky) bei 5/4, 3:2 (36:08) Kopecky (Stanley, Teljukin); 4:2 (40:38) Stanley (Teljukin); 4:3 (52:34) Kaartinen (Fiedler, Jarrett); 5:3 (53:09) Slaton (Saurette, S. Janzen) ; 6:3 (58:52) A. Janzen (Saurette, S. Janzen) ENG
Strafzeiten: Pinguins: 10 Minuten + 5+SPD Kosick – Eislöwen: 8 Minuten
Schiedsrichter: Reik van Gameren (Berlin) – Zuschauer: 2579
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