In der vergangenen Woche passierte es: Im Training verhakte sich sein Schlittschuh und das Knie des Stürmers verdrehte sich. Die Diagnose: Meniskusriss, Innenband- und Kreuzbandschaden. „Ich konnte es erst gar nicht glauben“, sagt der 23-Jährige. Am Freitag wurde er in Debstedt operiert. „Die OP ist gut verlaufen, aber wann ich wieder aufs Eis kann, ist noch völlig offen“, so Beck. Es drohe sogar das Saisonaus, noch bevor diese begonnen hat.
Schon wieder, muss man sagen, denn trotz seiner erst 23 Jahre ist es für Beck bereits die zweite schwere Verletzung. Erst im vergangenen Jahr kostete ihn eine Meniskusverletzung mit Knorpelschaden beinahe die gesamte Saison bei seinem letzten Klub, den Torbedos Ust-Kamenogorsk in Kasachstan. „Deshalb sind die Erinnerungen an meine letzte sportliche Station nicht die besten“, sagt er und lacht.
Und das, obwohl es das Team seiner Geburtsstadt ist. Mit sieben Jahren kam Viktor Beck nach Deutschland und zog ins badische Villingen-Schwenningen. „Dort bin ich aufgewachsen und auch zum Eishockey gekommen“, erzählt er.
Die ersten Schritte auf dem Eis machte der 23-Jährige allerdings schon früher. „Genau kann ich mich daran gar nicht mehr erinnern, aber ich muss etwa drei gewesen sein. Ich bin auf dem Eis hingefallen und habe mir fürchterlich weh getan. Danach wollte ich vom Eis erst mal nichts mehr wissen“, erinnert er sich. „Zum Glück hab ich dieses Erlebnis wohl verdrängt“, sagt er und lacht.
Glück auch für die Fischtown Pinguins, denen sonst ein Talent entgangen wäre. Der großgewachsene Spieler, Beck misst 1,86 Meter, zeichnet sich besonders durch seine läuferische Stärke und sein hohes Spielverständnis aus. „Ich schalte schnell und behalte während des Spiels immer den Überblick“, sagt Viktor Beck über sich selbst. „Eishockeyspieler müssen auf so vielen Feldern überzeugen können, Kraft oder Technik alleine reichen nicht. Das fasziniert mich auch so an dem Sport“, fügt Beck hinzu, der sich als Gesamtpaket sieht.
Geschult hat er dieses Gesamtpaket vor allem beim Schwenninger ERC, bei dem er die Nachwuchsabteilung durchlief und die Grundlagen des Eishockeys lernte. Die Entscheidung, professionell zu spielen, fiel ebenfalls dort. „Deshalb habe ich mich auch 2005 entschieden nach Bietigheim-Bissingen zu wechseln. Dort waren die Entwicklungschancen einfach größer.“
Bei dem Eishockeyteam, das in der Nähe von Stuttgart beheimatet ist, spielte Viktor Beck zum ersten Mal mit Profis zusammen. „Das war schon eine ganz andere Nummer, die mich am Anfang wirklich beeindruckt hat. Aber man wächst da sehr schnell hinein, wenn man mit den Jungs zusammen spielt“, erzählt der 23-Jährige.
Natürlich habe er sich von den älteren Spielern auch so einige Tricks und Kniffe abgeschaut. „Ein spezielles Vorbild habe ich aber nicht. Ich glaube, wenn man selbst Profi ist, muss man niemandem mehr nacheifern“, sagt Beck, der künftig gemeinsam mit seiner Freundin die Seestadt erkunden will.
Hartes Training ist für den jungen Spieler, der zurzeit sein Abitur an der Fernschule macht, selbstverständlich. An dieser Einstellung ändere auch seine erneute Verletzung nichts. „Natürlich muss ich das Knie jetzt erst mal ein paar Wochen schonen, aber sobald es an die Aufbauarbeit geht, gebe ich wieder Vollgas“, sagt Beck und gibt sich kämpferisch. „Ich muss nur aufpassen, nicht zu viel auf einmal zu wollen, um die Heilung nicht zu gefährden. Zum Glück gibt es Therapeuten, die auf mich aufpassen“, sagt er und lacht. Seinen Optimismus hat Beck trotz des erneuten Rückschlags nicht verloren. „Man muss immer positiv denken, nur so kommt man voran.“
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