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„BLG lässt GHB verhungern“


Bremerhaven. Im Hafen rumort es weiter. Nachdem die BLG hausintern eine niedrige Lohngruppe durchgesetzt hat, soll der Gesamthafenbetriebsverein (GHB) ähnliche Bedingungen einführen. GHB-Betriebsrat Peter Frohn wertet das als „Angriff auf den Flächentarifvertrag“ und ruft die Hafenarbeiter am Montag zur Demonstration auf. Von Klaus Mündelein


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Den Radau sollen die Kollegen in der Friedrich-Ebert-Straße um 9 Uhr vor den Fenstern der Arbeitnehmerkammer veranstalten. Dort tagt die Verdi-Tarifkommission „Sonderbestimmungen“. Die, so Frohn, hätte von der BLG-Führung eingeschaltet werden müssen, wenn man die eigenen Tarif-Bestimmungen anderen Unternehmen aufzwingt. Er rechnet mit „dramatischen Auswirkungen“ auf die anderen Hafenbetriebe. Deshalb hat er auch die Kollegen aus den anderen Firmen zur Demonstration aufgefordert, wenn sich die Verdi-Tarifkommission mit dem Thema beschäftigen wird.

Neun Euro beträgt der Stundenlohn in der neuen BLG-Lohngruppe. Sie wird jetzt jenen 74 Mitarbeitern angeboten, deren Zeitverträge bei BLG Autotec zum Jahresende auslaufen. Sie müssen dazu ins Autoservice-Center wechseln, wo die Exportfahrzeuge bearbeitet werden. Die BLG-Führung verweist darauf, dass so Arbeitsplätze gesichert werden, weil bei Autotec (Importfahrzeuge) die Arbeit wegbricht. Ins Autoservice-Center wechseln deshalb auch weitere 128 festangestellte Autotec-Mitarbeiter, an deren Bezügen sich allerdings nichts ändert.

4,14 Euro weniger

Bei den BLG-Mitarbeitern gibt es angesichts dieser Regelungen Unmut. Zumal nun auch die Kollegen, die bislang eine 35-Stunden-Woche haben, künftig drei Stunden mehr arbeiten müssen. Der GHB ist hingegen richtig sauer. Er müsse künftig die Kollegen auch für neun Euro im Bereich der BLG Automobile einsetzen. Der Lohn sinke damit um 4,14 Euro ab, rechnen die Hafenarbeiter vor. „Die große Mutter BLG Automobile lässt ihr Kind GHBV/GHB am steifen Arm verhungern“, heißt es in dem Demonstrations-Aufruf.

In der BLG-Spitze sieht man das anders. Das sei keine Tarif-Angelegenheit, betont Unternehmenssprecher Andreas Hoetzel. Die BLG werde als Kunde die GHB-Leistung nicht mehr zu den alten Preise einkaufen. „Ich habe größtes Verständnis für die missliche Lage beim GHB“, sagt er. Die bezahlten schließlich ihren Mitarbeitern mehr als sie künftig bekommen. Es sei aber den BLG-Kollegen nicht zu vermitteln, wenn GHB-Mitarbeiter mehr Lohn als sie selbst bekommen.

Der GHB beschäftigt in Bremerhaven noch rund 700 Mitarbeiter. Die seien auch weiterhin beim Containerumschlag im Einsatz, sagt Frohn. Auch Eurogate greife weiterhin auf den GHB zurück, und am North Sea Terminal seien GHB-Mitarbeiter ebenfalls im Einsatz.

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Artikel vom 01.01.10 - 12:00 Uhr
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