
„Wir haben dem Gegner nur wenige gute Chancen erlaubt, und das ist nicht selbstverständlich gegen eine Top-Mannschaft wie Bietigheim. In der Defensive sahen wir stabiler aus, die Verteidiger haben endlich auch Verteidiger gespielt“, sagte Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg. Es sei das beste Saisonspiel seiner Mannschaft gewesen, ergänzte der Schwede.
Damit kann er das erste Drittel kaum gemeint haben. Da gab es wenig klare Aktionen, kaum mal kam ein Pass an. Die beste Szene dieses Drittels gab es schon vor dem ersten Bully, als der kleine Kevin dem Schiedsrichter in voller Eishockey-Montur den Puck brachte und anschließend Torhüter Marko Suvelo unter dem Jubel der Fans mit seinem Mini-Schläger einen Klaps auf die Matten gab, um ihm Glück zu wünschen. Das half. Suvelo machte wieder ein sehr souveränes Spiel.
Für die knapp 2100 Zuschauer in der Eisarena sah es nach einem langweiligen Nachmittag aus, bis Jan Kopecky zu Beginn des Mittelabschnitts bei Überzahl einen trockenen Handgelenkschuss abließ und die Pinguins in Führung brachte. Offenbar brauchten sie das, um Sicherheit zu bekommen. Plötzlich stimmte das Tempo, die Angriffe wurden kreativer und die Pässe kamen an.
Nur weitere Tore fehlten noch, aber die fielen dann im Schlussdrittel. Es waren noch nicht einmal zwei Minuten gespielt, da traf Steve Slaton zum 2:0, und eine halbe Minute später erhöhte Marian Dejdar auf 3:0. Später ließ er auch noch sein viertes Saisontor folgen, einen Treffer seiner speziellen Marke. Wie er seinen Gegenspieler beim 4:1 (51.) aussteigen ließ, das war klasse.
Pinguins-Trainer Leidborg kann sich nach vier Spieltagen schon einer Sache sicher sein: Er hat eine erste Sturmreihe der Extraklasse. Marian Dejdar, Jan Kopecky und Chris Stanley haben zusammen bereits 19 Scorerpunkte auf dem Konto. Es ist, wie es Stanley vor der Saison angekündigt hatte: Die drei sind eine Bedrohung für jeden Gegner.
Torhüter Suvelo hätte gegen Bietigheim durchaus sein erstes shut-out feiern können, hätte Schiedsrichter Carsten Lenhart den Gästen nicht im Schlussdrittel eine doppelte Überzahl geschenkt. Zumindest die zweite Strafe gegen Andrei Teljukin war lächerlich. Die Steelers kümmerte das wenig, sie trafen durch PJ Fenton zum zwischenzeitlichen 1:3 (45.). Weil die Pinguins geordnet blieben und Dejdar fünf Minuten später seinen Geniestreich folgen ließ, wurde es nicht mehr brenzlig für die Pinguins.
„Es ist sicherlich kein Beinbruch, in Bremerhaven zu verlieren. Aber das 4:1 ist doch ein bisschen zu hoch. Im letzten Drittel haben wir leider zwei leichtsinnige Gegentore bekommen“, sagte Gäste-Trainer Danny Held. Für solche Unsicherheiten in der Abwehr waren die Pinguins in den ersten drei Spielen auch gerne zu haben, gegen Bietigheim aber spielten sie hinten sicherer und sauberer, ohne riskante Spielereien. Das war der Schlüssel zum Sieg.
Tore: 1:0 (20:42) Kopecky (Slaton, Dejdar) bei 5/4; 2:0 (41:27) Slaton (Kosick, Huhn); 3:0 (42:03) Dejdar (Stanley, Janke) bei 5/4; 3:1 (44:12) Fenton (Morris, Andress) bei 5/3; 4:1 (50:28) Dejdar (Stanley, Fatyka).
Strafzeiten: Pinguins 10 Minuten – Bietigheim 12 Minuten.
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